Auch One klagt Mobilkom wegen "UMTS plus"-Angebot

23. Februar 2005, 12:30
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Provider sieht Aktion als "Marketing-Gag" - Angleichung bei Terminierungsentgelten gefordert

Nach T-Mobile Austria, Hutchison und tele.ring – der WebStandard berichtete – hat auch der drittgrößte österreichische Handynetzbetreiber One eine Klage gegen den Marktführer Mobilkom Austria wegen des neuen Angebots "UMTS plus" eingebracht, erklärte Vertriebsvorstand Christian Czech am Mittwoch auf der IT-Fachmesse ITnT in Wien.

Nachteil als Vorteil

Bei dem Mobilkom-Angebot werde ein Kundennachteil als Vorteil präsentiert, dies sei eine eindeutige Irreführung der Konsumenten, so Czech, der die Aktion als "Marketing-Gag" betrachtet. Die Mobilkom will, wie berichtet, das GSM-Netz in ländlichen Regionen bis Mitte des Jahres mit der Übertragungs-Technik EDGE – als Zwischenstufe zur dritten Mobilfunkgeneration UMTS – aufrüsten und das Produkt unter dem Namen "UMTS plus" vermarkten.

One werde seine UMTS-Ausbaupläne – vor allem in Ballungszentren – "zügig durchziehen" und bis Ende des Jahres eine Abdeckung von mehr als 50 Prozent erreichen. Der ländliche Bereich sei mit der GSM-Ausbaustufe GPRS inzwischen gut abgedeckt, erklärte Czech. Bis 2010 soll die UMTS-Netzabdeckung auf 98 Prozent ansteigen.

Neuregelung

Bei der bevorstehenden Neuregelung der Terminierungsentgelte, die Handynetzbetreiber ihren Mitbewerbern für die Zustellung von Gesprächen in die jeweiligen Mobilfunknetze bezahlen müssen, vertritt One eine andere Ansicht als T-Mobile, tele.ring und Hutchison. Diese hatten kürzlich das neue Regulierungsmodell, das von der Telekom Control Kommission (TKK) am 21. Februar vorgelegt wird, als wettbewerbsverzerrend bezeichnet und eine Festigung der Marktführerschaft der Mobilkom befürchtet.

"Eine Angleichung muss stattfinden, die Bevorzugung der 'Spätstarter' dauert schon zu lange", meint hingegen Czech. Er vertraue darauf, dass der Regulator gleiche Bedingungen für alle schaffen werde. Der Telekom-Regulator will wie berichtet die Terminierungsentgelte, die aktuell je nach Betreiber unterschiedlich hoch sind, bis 2010 auf einem Niveau von rund 9,5 Cent für alle Betreiber vereinheitlichen.

One sieht sich laut Czech unterdessen "gut aufgestellt, um auf die Verrücktheiten des Marktes zu reagieren". Da die Neukundengewinnung durch die hohe Penetration des Marktes an Bedeutung verliere, wolle man nun verstärkt durch Kundenservice und Benutzerfreundlichkeit bei Wechselwilligen punkten. Verbesserungen werde es etwa bei Beratung, den Hotlines oder im Shop-Bereich geben.(APA)

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