RZB-Osttochter erhöht Kapital

25. Februar 2005, 17:15
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Außerordentliche Hauptversammlung am 8. März stellt Weichen für neue Ostbanken-Aktie am Finanzplatz Wien

Wien - Um bis zu 67 Mio. Euro oder 17,6 Prozent wird die RZB-Ostbankenholding "Raiffeisen International" (RI) ihr Nominalkapital beim bevorstehenden Börsegang aufstocken. Die Kapitalerhöhung (genehmigtes Kapital) wird die Raiffeisen International Bank in einer Sonder-Hauptversammlung am 8. März beschließen. Damit werden die letzten Weichen für die neue Wiener Ostbanken-Aktie gestellt.

RZB-Vorstandschef und "International"-Aufsichtsratspräsident Walter Rothensteiner hat am Dienstag das Going Public noch im ersten Halbjahr für möglich erklärt. In der Branche wird die Erstnotiz für April erwartet. Am 4. April wird Raiffeisen International in einer Pressekonferenz jedenfalls die Bilanz für 2004 vorstellen. Da wird aber auch der Startschuss für den Gang an die Börse erwartet.

Finanzkreise rechneten bisher mit dem Verkauf von zumindest 20 bis 25 Prozent an Anleger. Das würde neben dem Verkauf junger Aktien entsprechend Anteile aus Altbestand heißen. Die RZB nennt noch keine Quote. Auch in den Augen von Raiffeisen gilt aber ein Emissionsvolumen von weniger als 500 bis 700 Mio. Euro internationalen Investoren als nicht wirklich attraktiv, und ein Wert darunter rechtfertige zudem den Aufwand nicht, wie es bereits im Vorfeld hieß. Es könnten auch bis zu 1 Mrd. Euro aus dem Börsegang hereinfließen.

Die Raiffeisen International ist derzeit zu 92 Prozent in Besitz der RZB. Im Oktober 2004 wurde der Aktionärskreis bereits geöffnet: Die Weltbanktochter IFC sowie die EBRD waren eingestiegen und hatten für jeweils 4 Prozent je 100 Mio. Euro locker gemacht: Also 200 Mio. Euro für 8 Prozent. Das wurde damals als erste Indikation für eine spätere Preisfindung fürs breitere Anlegerpublikum gewertet, wenngleich am unteren Ende der Bewertungsskalen.

Dem Börsethema widmen sich die Aktionäre der RZB-Ostbankenholding am Vormittag des 8. März. Wie aus der im morgigen Amtsblatt der Wiener Zeitung veröffentlichten Tagesordnung zu einer außerordentlichen Hauptversammlung (ao. HV) hervor geht, soll der Vorstand dort ermächtigt werden, das Grundkapital um bis zu 67 Mio. Euro durch Ausgabe neuer Aktien zu erhöhen (genehmigtes Kapital). Dabei werden "der Ausgabekurs, die Ausgabebedingungen einschließlich des Beginns der Dividendenberechtigung und der Ausschluss des Bezugsrechts" vom Vorstand mit der Zustimmung des Aufsichtsrates festgesetzt.

Zugleich wird am 8. März ein Aktiensplit im Verhältnis 1:2 beschlossen. Damit steigt die Zahl der Aktien, und die Namensaktien werden in Inhaberaktien umgewandelt.

Zurzeit beläuft sich das Kapital der Raiffeisen International Bank-Holding AG auf 380,4 Mio. Euro. Eine Aufstockung um 67 Mio. Euro bedeutet eine Erhöhung um 17,6 Prozent. Mit Ausschluss der Bezugsrechte für diese Größe wären dann samt der ebenfalls über eine Kapitalerhöhung erfolgten Einstiege von IFC und EBRD (nach Verwässerung) knapp ein Viertel der RZB-Ostholding-Aktien in Händen von Börse- bzw. Finanzinvestoren. Möglich ist auch, dass aus dem bestehenden Aktienbestand Anteile abgegeben werden.

In der Raiffeisen International Bank unter Führung von RZB-Vizechef Herbert Stepic sind die RZB-Osttöchter gebündelt. Sie ist in 16 Ländern vertreten und mit mehr als 900 Filialen in diesem Raum unter den fünf größten Banken in Osteuropa. Die Bilanzsumme des Raiffeisen-International-Bankennetzwerks belief sich Ende 2004 auf 27,6 Mrd. Euro. Das war ein Zuwachs um mehr als ein Drittel binnen Jahresfrist. (APA)

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