IAEO: Kairo informierte nicht über Atomexperimente

16. Februar 2005, 14:21
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Experten fanden Spuren von Plutonium - IAEO: Verhalten gibt "Anlass zur Sorge" - Diplomat: Vorfälle liegen Jahre zurück

Wien - Ägypten hat nach Angaben der UNO mehrfach versäumt, die internationale Gemeinschaft über seine atomaren Experimente zu informieren. Dies geht aus einem vertraulichen Bericht der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEO) hervor, der am Montag der Nachrichtenagentur AFP in Wien vorlag. IAEO-Experten fanden bei ihren Inspektionen in Ägypten demnach auch Spuren von Plutonium, das zur Herstellung von Atomwaffen genutzt werden kann. Das Verhalten Ägyptens gebe Anlass zur "Sorge", hieß es in dem IAEO-Bericht.

Ein ranghoher Diplomat in Wien sagte allerdings, die Vorfälle seien nicht sehr bedeutsam und lägen zum Teil 40 Jahre zurück. Ägypten zeige sich kooperationsbereit bei der Aufklärung; es gehe wohl eher um Experimente zum atomaren Brennstoff als um ein Waffenprogramm. Urananreicherung habe nicht stattgefunden.

In dem IAEO-Bericht hieß es weiter, Ägypten habe seine Versäumnisse mit der Unkenntnis seiner Verpflichtungen gegenüber der IAEO begründet. Ägypten war 1982 dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten. Der Bericht soll dem am Freitag tagenden Gourverneursrat der IAEO vorgelegt werden. (APA/AFP)

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