BA-CA: Keine Friedenspfeife

16. Februar 2005, 19:10
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Ultimatum für Dienstrecht endet

Wien - Der Eindruck, die Dienstrechtsverhandlungen rund um den Arbeits- und Kollektivvertragskonflikt in der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) würden ewig dauern, täuscht. Das Gegenteil ist der Fall, die Verhandlungen müssen gemäß einer Vereinbarung zwischen Vorstand und Betriebsrat heute, Dienstag, spätestens um Mitternacht, abgeschlossen sein. Je nach Standpunkt gilt sonst der "nackte" Banken-KV (Ansicht des Vorstands), oder die Streikdrohung der Belegschaft lebt wieder auf. Einigt man sich, kommt statt der vom Vorstand ausgehebelten "BV 69" eine neue Betriebsvereinbarung.

Tatsächlich dürfte bis zur dienstägigen Geisterstunde verhandelt werden - denn die Annäherung der beiden Streitparteien ist eine überschaubare. Zwar hat man sich bei Fragen wie Arbeitszeit oder Urlaub gefunden; wesentliche Punkte sind aber noch offen: Der Betriebsrat will nicht von versprochenen Definitivstellungen abrücken und fordert Übergangsfristen von sieben Jahren: Erst ab 2012 soll die Abflachung der Gehaltskurve für alle wirken. Beides missfällt dem Vorstand.

Unabhängig davon ist die Belegschaft durch die Zusammenführung von Privat- und Firmenkundengeschäft und die Straffung der Landes- und Stadtdirektionen enerviert. Überflüssige Manager wie Mitarbeiter werden in Filialen verschoben, auch wenn sie "bisher Firmenkunden-Portfolios betreuten, die dem Gesamtvolumen einer Bawag entsprechen", so ein Kritiker, der zudem "große Eile bei dieser Aktion" konstatiert. Unternehmenssprecher Peter Thier: "Es gibt keinen zeitlichen Druck, niemand wird alleine gelassen."(gra, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.2.2005)

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