Jede achte Frau erkrankt an Brustkrebs

13. Februar 2005, 17:00
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In Österreich werden jährlich 5.000 neue Fälle diagnostiziert, die meisten ab einem Alter von 50 Jahren

Brustkrebs zählt zur häufigsten Krebserkrankung der Frau. Alleine in Österreich erkrankt jede Achte daran. Und jährlich werden mehr als 5.000 neue Fälle diagnostiziert, wobei ab dem 50. Lebensjahr die meisten Erkrankungen an dieser Krebsart beobachtet wurden.

Wie bei jeder Krebserkrankung gilt auch hier: je früher der Krebs erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Beträgt die Tumorgröße bei der Diagnose einen Zentimeter oder weniger, liegen die Chancen bei über 90 Prozent. Leider werden die Karzinome in Österreich aber oft erst in fortgeschrittenem, d.h. aggressivem Stadium erkannt, weil viele Frauen die Vorsorgeuntersuchungen, speziell die Mammographie, welche nach wie vor umstritten ist, scheuen. Derzeit wird ein flächendeckendes Brustkrebs-Screening diskutiert, bei dem Frauen ab 50 alle zwei Jahre zur Mammographie gehen sollten. Desweiteren werden regelmäßige Selbstuntersuchungen durch Abtasten der Brust nach der Regelblutung empfohlen.

Dimensionen des Risikos

Wie die Patientinnen-Auskunft Mammakrazinom berichtet, sind die Heilungschancen bei Frauen ab 50, welche die Menopause bereits hinter sich haben und bei denen die Tumore zum Zeitpunkt der Diagnose klein sind, am größten. Am härtesten treffe es junge Frauen. Sie hätten zumeist aggressive Krebsformen, die schwer behandelbar seien. Wenn sie noch dazu rauchen und die Pille nehmen, erhöhe sich ihr Brustkrebsrisiko eklatant. Dasselbe gelte für familiäre, d.h. genetische Vorbelastungen. Gleichzeitig bekommt aber nicht jede Frau, die ein erblich bedingtes Risiko hat, einmal Brustkrebs. Denn bei der Mammakarzinom-Entstehung spielen auch Lebensstil, Umweltfaktoren und psychische Befindlichkeit mit. Mittels Gen-Tests kann dieses Risiko jedoch ermittelt werden.

Nach neuesten Erkenntnissen steigere auch Übergewicht das Brustkrebsrisiko. Laut einer großen internationalen Studie sei speziell nach der Menopause die Wahrscheinlichkeit eines Brusttumors bei übergewichtigen Frauen um ein Drittel höher als bei Normalgewichtigen. Die Gründe dafür sind nicht eindeutig erklärt.

Chancen des Überlebens

Wenn sich das Karzinom noch nicht ausgebreitet hat, bestehe heute eine Überlebensrate von 97 Prozent. Wenn es sich in naher Umgebung ausgebreitet hat, würden rund 80 Prozent der Frauen überleben. Wenn das Karzinom bereits Metastasen gebildet hat, reduziere sich die Überlebens-Chance auf 23 Prozent. Unabhängig vom Stadium, in welchem das Karzinom diagnostiziert wurde, betrage laut ExpertInnen die durchschnittliche Überlebensrate von Frauen mit Brustkrebs fünf Jahre nach der Diagnose 86 Prozent. In Österreich liegt die Überlebensrate derzeit bei 80 Prozent. Jährlich sterben hierzulande etwa 1.700 Frauen an Brustkrebs. (dabu)

  • Aufnahme der Brust mittels Mammographie
    foto: standard
    Aufnahme der Brust mittels Mammographie
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