Bei der AUA droht neuer Arbeitskonflikt

14. Februar 2005, 09:20
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Betriebsversammlung am kommenden Montag - Mitarbeiter fühlen sich bei Umsetzung der neuen Tarifveträge übergangen

Wien - Bei der AUA steht möglicherweise wieder ein Arbeitskonflikt bevor. Nach Streiks im verganenen Jahr wollen die Mitarbeiter am kommenden Montag nun eine Betriebsversammlung abhalten, weil sie sich bei der Umsetzung des neuen Tarifvertrages und der Zusammenlegung der Flugbetriebe von Austrian und Lauda Air übergangen fühlen, berichtet die Tageszeitung "Die Presse".

Am 24. August 2004 haben Vorstand und Betriebsrat Bord der AUA nach monatelangem Ringen und sieben Streiks das neue einheitliche Gehaltsschema für die 3.000 Piloten und Flugbegleiter von Austrian und Lauda Air unterschrieben. Bei der Umsetzung spießt es sich nun aber kräftig, so der Bordbetriebsrat. Er wirft laut "Presse" der AUA- Führung vor, sich nicht an den Vertrag zu halten.

Leitl vermittelt

Der Bordbetriebsrat hat nun - wie schon während der Verhandlungen im Vorjahr - Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl um Vermittlung gebeten. Bei der für Montag einberufenen Betriebsversammlung wird Leitl aber nicht dabei sein, sagte ein Sprecher Leitls.

"Leider hat sich herausgestellt, dass die Geschäftsleitung fünf Monate nach der Unterzeichnung die Einhaltung des Kollektivvertrages als nicht notwendig erachtet", schreiben die Bordbetriebsräte Rudolf Novak und Wolfgang Hable in dem der Tageszeitung vorliegenden Brief. Seit Monaten werde dem Betriebsrat die Einhaltung des KV immer wieder versichert, die Fakten sprächen jedoch eine andere Sprache, heißt es weiter. Der größte Knackpunkt seien Ruhezeiten und Freizeitregelungen, bestätigt ein Betriebsrat.

Die AUA-Führung spielt den Ball zurück: "Es ist uns trotz großer Bemühungen nicht gelungen, mit dem Bordbetriebsrat einige Betriebsvereinbarungen abzuschließen", sagt AUA-Sprecher Hannes Davoras zur "Presse". Diese seien aber für einen reibungslosen Flugbetrieb notwendig. (APA)

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