Ulema-Rat will Reihen der irakischen Sunniten schließen

12. Februar 2005, 17:31
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Geistliche kündigen Bildung von "Generalkonferenz" an

Bagdad - Der oberste Rat der sunnitischen Geistlichen im Irak will die Reihen der Sunniten im Zweistromland schließen und zu diesem Zweck eine eigene Organisation bilden. Wie das Führungsmitglied des Ulema-Rats, Scheich Ahmed Abdel Ghafur al-Samarrai, in seiner Freitagspredigt in einer Bagdader Moschee sagte, sollen die sunnitischen Vereinigungen, Gewerkschaften, Parteien und Provinzen in einer "Generalkonferenz" zusammengeschlossen werden. Hauptziel der neuen Organisation sei es, mit politischen Mitteln die "Befreiung des Irak von fremder Besatzung" zu erreichen.

Der Ulema-Rat hatte wie alle anderen wichtigen sunnitischen Vereinigungen die Wahlen im Irak am 30. Jänner wegen der US-Präsenz und der fehlenden Sicherheit im Land boykottiert. Anschließend hatte das Gremium den Urnengang für unrechtmäßig erklärt. Die Sunniten sind mit einem Bevölkerungsanteil zwischen 20 und 25 Prozent in der Minderheit. Unter dem sunnitischen Ex-Machthaber Saddam Hussein bekleideten sie die höchsten Ämter in Regierung und Militär. Die Schiiten stellen etwa 60 Prozent der Bevölkerung. (APA)

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