Erneuertes Post-Verteilzentrum Linz geht nächste Woche in Betrieb

16. Februar 2005, 14:06
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Laufzeitmessung für Briefe ergab dringenden Investitionsbedarf - Zuletzt wurden 95 Prozent der Briefe innerhalb eines Tages zugestellt

Linz - Im Linzer Verteilzentrum der Österreichischen Post AG in Linz wird kommende Woche eine neue Sortieranlage in Betrieb gehen. Das bestätigte der Leiter des Verteilzentrums Linz, Wolfgang Wöhr, auf Anfrage der APA. Durch die Millionen Euro teure Anlage soll die Zustellung im Einzungsgebiet beschleunigt werden. Auslöser für die Investition war die so genannte Laufzeitmessung, bei der die Post monatlich mit tausenden Testsendungen überprüft, wie lange die Zustellung eines Briefes dauert.

Zeitfenster

Damit die Vorgabe mit der postinternen Bezeichnung "E + 1" - die Beförderung innerhalb eines Tages - geschafft wird, müssen bestimmte "Zeitfenster" eingehalten werden. Wenn beispielsweise in einen Postkasten am Stephansplatz in Wien ein an einen Empfänger in Windischgarsten in Oberösterreich adressierter Brief eingeworfen wird, muss dieser jeweils innerhalb einer bestimmten Zeitdauer in das Verteilzentrum Wien transportiert, dort auf den richtigen Weg gebracht, von Wien in das Verteilzentrum Linz transportiert, dort in Richtung Windischgarsten gelenkt und per Lkw zur zuständigen Zustellbasis im Süden Oberösterreichs geliefert werden. Nur so geht es sich aus, dass die Sendung am nächsten Tag um sechs Uhr früh für den Briefträger bereitliegt, damit dieser sie zustellen kann.

Um die Abläufe objektiv und ohne Möglichkeit der Manipulation überprüfen zu können, wurde eine externe Firma beauftragt, die jedes Monat rund 2.500 Testbriefe quer durch Österreich schickt. Die Absender können sie überall in das Beförderungssystem einschleusen, wo Post aufgegeben werden kann - beispielsweise durch Einwurf in Postkästen oder Abgabe in Postämtern. Die Empfänger wechseln ebenfalls ständig. Die Briefe sind von außen nicht als Testobjekt erkennbar. Sie beinhalten jedoch kleine Sender. Deren Signale ermöglichen es, den Weg und die Zeitdauer der Sendungen genau nachzuverfolgen.

"Schüttelbriefe" gegen Verspätungen

Dazu befinden sich unscheinbare Antennen an den Toren aller österreichischen Brief-Verteilzentren sowie vieler Zustellbasen. Sie registrieren den Zeitpunkt von Ein- und Ausgang der Testsendungen und übermitteln die Daten sofort an eine Zentrale, die sie jedes Monat der Post zur Auswertung zur Verfügung stellt. Die Postorganisationen von 18 europäischen Ländern wenden diese Prüfmethode auch bei Briefen an, die grenzüberschreitend befördert werden. Dazu sind weitere tausende Testsendungen in ganz Europa unterwegs.

Sollten auf einer der Strecken die Zeitfenster nicht eingehalten werden, setzt die Post dort zur Analyse des Problems spezielle "Schüttelbriefe" ein. Sie zeichnen auf, wann und wie sie bewegt wurden. Damit ist bei der Analyse beispielsweise erkennbar, ob die Sendung per Bahn oder Lkw befördert wurde.

95 Prozent der Briefe innerhalb eines Tages zugestellt

Die Auswertung der Daten ermöglicht der Post die richtige Bemessung der Zeitfenster, des Personal-, Maschinen- und Fuhrparkeinsatzes. Die Post will damit das Ziel erreichen, jeden ihr übergebenen Brief innerhalb eines Tages dem Empfänger zuzustellen. Zuletzt sei dies zu 95 Prozent gelungen, so die Post. (APA)

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