Nepal: Proteste gegen König trotz Verbots

15. Februar 2005, 07:50
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Opposition fordert Wiederherstellung von Demokratie und Bürgerrechten

Kathmandu - Nach der Entlassung der Regierung und der Verhängung des Notstands durch König Gyanendra formiert sich in Nepal die Opposition. Politische Aktivisten haben am Freitag in der Hauptstadt Kathmandu den zweiten aufeinander folgenden Tag protestiert und die Wiederherstellung von Demokratie und Grundrechten gefordert. Anfang Februar hatte der Monarch die parlamentarisch legitimierte Regierung abberufen und den Notstand ausgerufen. Seither wurden Dutzende Politiker festgenommen oder unter Hausarrest gestellt, Medien wurden zensiert und Kritik ist verboten.

Gyanendra machte die Regierung dafür verantwortlich, nicht mit einer sich ausweitenden maoistischen Rebellion im Land fertig geworden zu sein. Der Konflikt mit den Rebellen hat bisher mehr als 11.000 Menschen das Leben gekostet. Demonstrationen gegen Gyanendras Entscheidung, die Regierung zu entlassen, wurden von der Obrigkeit verboten und Proteste mit eiserner Hand zerschlagen. Trotzdem hätten am Freitag in Kathmandu etwa 20 Mitglieder der "Vereinigten Marxistisch-Leninistischen Partei" (UML), die den größten Teil der entlassenen Regierung gebildet hatte, anti-monarchistische Slogans gerufen und Flugblätter in die Luft geworfen, bevor sie von der Polizei überwältigt wurden.

"Wir akzeptieren die königliche Proklamation nicht. Stellt Demokratie und Bürgerrechte wieder her!" "Wir fordern jeden auf, einen Sturm zu entfachen um die autokratische Monarchie zu vernichten!" war auf Flugblättern zu lesen, die auf der Straße verteilt wurden. Demonstrationen, die das Vorgehen des Königs unterstützen, wurden im ganzen Land genehmigt. (APA/Reuters)

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