Siemens bei VA Tech knapp vor dem Ziel

10. Februar 2005, 08:49
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Donnerstag null Uhr ist die Abgabefrist für die VA-Tech-Aktien abgelaufen

Wien - Einen guten Schnitt haben im Poker um die Übernahme der VA Tech durch Siemens bis Mittwoch nur die drei Fonds Eureka, Fidelity und Goldman Sachs Asset Management gemacht. Sie haben gut informierten Kreisen zufolge nämlich nicht über die Börse bzw. die Abwicklungsstelle der BA-CA an Siemens verkauft, sondern an diverse Banken.

Das erklärt nicht nur den stabilen Kurs - Tech-Papiere notierten seit Tagen konstant bei rund 64,3 Euro -, sondern brachte sofort Bares und erspart den Fonds die lange Wartezeit bis zur Auszahlung. Wie berichtet und von diversen Aktionärsvertretern heftig kritisiert, kann sich Siemens mit der Auszahlung des Geldes laut Angebot nämlich bis Juli Zeit lassen. Das erklärt auch, warum bei der BA-CA Mittwochvormittag erst etwas mehr als 60 Prozent des VA-Tech-Grundkapitals zum Umtausch angemeldet waren.

Noch früher zu ihrem Geld gekommen sein dürften wohl nur die Aktionäre der Victory Industriebeteiligung rund um den Industriellen Mirko Kovats. Sie haben ihre 16,45 Prozent, wie berichtet, bereits am 7. November an Siemens verkauft.

Ob Siemens mit den "geparkten" Anteilsscheinen bis Mittwoch, 24 Uhr, die selbst gelegte Latte von 90 Prozent des Grundkapitals übersprungen hat, stand bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht fest.

Zitterpartie

Das Spektrum der Einschätzungen reichte von 92,5 bis 88 Prozent, wobei Werte über 90 Prozent sowohl bei Bankern als auch Börsianern bei Weitem in der Mehrzahl waren. Die Aufbesserung von 55 auf 65 Euro habe viel(e) in Richtung Siemens bewegt, hieß es.

Dennoch: Wechseln nur 89,9 Prozent aller VA-Tech-Aktien zu Siemens, wäre eine der größten Übernahmen in der österreichischen Industriegeschichte gescheitert.

Aktionäre, die die Umtauschfrist ungenützt verstreichen ließen, bekommen übrigens eine zweite Chance: Schafft Siemens die 90 Prozent, gibt es ziemlich sicher eine zweiwöchige Nachfrist (zehn Börsentage). Verfehlt der Elektromulti die Hürde, ist freilich mit einem kräftigen Abschlag zu rechnen. Einen solchen zu riskieren waren zahlreiche VA-Tech-Mitarbeiter und -Pensionisten bereit. Sie hofften bis zuletzt auf die Eigenständigkeit des Anlagen-und Energietechnikkonzerns. (Luise Ungerboeck, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10.2.2005)

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    Wird die VA Tech-Übernahme klappen?

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