Caritas will ein "Gesamtpaket Integration"

10. Februar 2005, 19:27
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Besondere Hilfe für nachziehende Frauen

Wien - Grundsätzlich sei eine Förderung des Spracherwerbes positiv zu bewerten, meint der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau. Sollte über die "Pflicht zu einer Form von Vorschule" ernsthaft diskutiert werden, fordert Landau eine Verpflichtung für alle Kinder - "für jene, die noch Unterstützung in Deutsch brauchen, in Deutsch, für andere in anderen Fremdsprachen, etwa Englisch oder auch in den Sprachen unserer Nachbarländer".

Unerlässlich wären für Landau folgende Punkte:

  • Die Sprachförderung sollte von qualifizierten Sprachlehrern durchgeführt werden und auch die Muttersprache der Kinder einschließen.
  • Österreich benötige dringend ein Gesamtkonzept über Integration, "in dem alle Aspekte der Integration berücksichtigt werden und nicht ein Flickwerk einzelner Maßnahmen (Wohnen, Arbeit, Bildung, politische Partizipation, soziale Sicherheit)".
  • Mangelnde Deutschkenntnisse der Kinder könnten nicht zuletzt aufgrund psychischer Überforderungen der Migranten bestehen: "Wichtig wird es dabei nicht zuletzt sein, bei der Situation der Frauen anzusetzen. Da gehört aber auch eine Überarbeitung der aufenthaltsrechtlichen und beschäftigungsrechtlichen Bestimmungen unabdingbar dazu: Das Fremdengesetz, so wie es heute gilt, gibt dem Familiennachzug in der Praxis einen von der Ehe unabhängigen, also eigenständigen Aufenthaltstitel in aller Regel erst ab vier Jahren."

Für die nachziehenden Personen, und das seien oft Frauen, bräuchte es möglichst bald einen vom "Ankerfremden" unabhängigen Aufenthaltstitel, der einen freien Arbeitsmarktzugang einräume. (kob/DER STANDARD, Printausgabe, 9.2.2005)

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