Morgenstern erneut am Stockerl

12. Februar 2005, 13:54
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Österreicher bei zweiter Konkurrenz in Sapporo Dritter - Sieg unter schwierigen Bedingungen an Norweger Ljökelsöy

Sapporo - Roar Ljökelsöy, der nicht zuletzt auf Grund seiner beiden Vorjahressiege einer der Favoriten in Sapporo war, hat am Sonntag nach Rang drei am Vortag seinen vierten Weltcupsieg am WM-Schauplatz 2007 sowie den insgesamt zehnten Weltcuperfolg geholt. Bei Bedingungen am Rande der Regularität segelte der Norweger auf 137,5 und 137 Meter und gewann damit überlegen fast 30 Punkte vor dem Finnen Risto Jussilainen. Thomas Morgenstern, der am Samstag den ersten Saisonsieg nur um einen Zehntelpunkt verpasst hatte, wurde unmittelbar vor Martin Höllwarth Dritter.

Jussilainen durfte sich über sein bestes Weltcup-Resultat seit seinem Weltcupsieg im November 2001 in Kuopio freuen, an einen Sieg war auf Grund der Überlegenheit von Ljökelsöy nicht zu denken. "Ich hatte heute das Glück, das man braucht und habe die schwierigen Bedingungen einfach nicht beachtet. Ich mag die Schanze hier", sagte der Norweger.

Der Weltcupbewerb war durch viele Unterbrechungen wegen Wind und Schnee geprägt. Während es im ersten Durchgang noch einen sehr schnellen Startintervall gegeben hat, musste im Finale jeweils nach fünf Springern die Spur gesäubert werden. Im ersten Durchgang hatte Morgenstern Pech, er wurde erst beim dritten Versuch vom Balken gelassen.

Für Morgenstern war es bereits der sechste Podestplatz, er "klopft" schon heftig an seinem zweiten Weltcupsieg nach Liberec 2003. "Mit dem zweiten Platz vom Samstag bin ich eigentlich zufrieden, es schmerzt eben nur, dass es sich um 0,1 Punkte wieder nicht mit dem Sieg ausgegangen ist. Jetzt heißt es eben weiter warten und gute Sprünge zeigen, dann bin ich auch einmal ganz oben." Man habe schon vor Beginn gewusst, dass der Bewerb nicht ganz fair ablaufen kann. "Aber am Ende ist so ein Bewerb noch immer viel besser, als wenn das Springen abgesagt worden wäre." Zwar hätte er auch in Österreich trainieren können, aber er wollte nach Japan fahren. "Hier sind in zwei Jahren die Weltmeisterschaften und ich mag die Schanze", freundete sich der Kärntner mit den Bedingungen an.

Martin Höllwarth hat dafür schon eine stattliche Sammlung an "Blechmedaillen", der vierte Platz am Sonntag war bereits der siebente in dieser Saison. Im Weltcup ist er nun wieder auf den dritten Rang vorgerückt. Florian Liegl erreichte mit Rang sechs sein bestes Saison-Resultat.

Wie irregulär das gesamte Wochenende auf der japanischen Insel Hokkaido überhaupt war, bezeugt allein das Beispiel Kazuyoshi Funaki. Der Japaner, zuvor nie besser als 28., holte am Samstag den Sieg in einem Durchgang, hatte dabei laut ÖSV-Beobachtern im Finish seines Sprungs sieben bis acht Meter Aufwind! Und am Sonntag wurde er zwar wieder Zehnter, wies aber in beiden Durchgängen insgesamt 81,5 Meter Rückstand (!) auf. Ljökelsöy nützte die Abwesenheit von Janne Ahonen, Adam Malysz und Jakub Janda und stieß in der Weltcupgesamtwertung auf Platz zwei vor, liegt aber noch 448 Zähler hinter Ahonen.

Das ÖSV-Team kehrt nun am Montagabend MEZ zurück, die Mannschaft für die Olympia-Generalprobe in Pragelato (Freitag Einzel, Samstag Teambewerb) wird am Dienstag nominiert. Erst nach Pragelato wird das WM-Aufgebot bekannt gegeben.(APA)

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    Roar Ljökelsöy kämfpt sich durch Schnee und Wind über den Bakken von Sapporo.

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