UNO: Sunniten sollen an Landesverfassung mitarbeiten

4. Februar 2005, 16:49
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UN-Gesandter Qazi trifft sunnitische Vertreter

Bagdad - Wenige Tage nach den Wahlen im Irak haben sich die Vereinten Nationen in die Bemühungen um eine aktive Teilnahme sunnitischer Vertreter an der politischen Zukunft des Landes eingeschaltet. Alle Parteien, die die Wahlen boykottiert hätten, insbesondere die Sunniten, sollten an der Ausarbeitung einer Landesverfassung mitwirken, sagte der UNO-Sonderbeauftragte für den Irak, Ashraf Qazi, am Donnerstag nach einem Treffen mit sunnitischen Abgesandten in Bagdad. Es sei die "Pflicht" der UNO-Mission im Irak, alle politischen Gruppen zu den jüngsten Entwicklungen zu konsultieren und ihnen Hilfe anzubieten.

"Gemeinsame Sichtweise" angestrebt

Der Vorsitzende der Islamischen Partei, Mohsen Abdel Hamid, sagte nach dem Gespräch mit Qazi, es seien Fragen zur nächsten irakischen Regierung, zur künftigen Verfassung und zur innenpolitischen Zusammenarbeit erörtert worden. Seine Partei strebe eine "gemeinsame Sichtweise" aller irakischen Parteien an, um die weitere Entwicklung des Landes zu garantieren.

Vor den Wahlen am vergangenen Sonntag hatten zahlreiche sunnitische Geistliche und Gruppierungen zum Boykott des Urnengangs aufgerufen. Die Islamische Partei hatte sich von den Wahlen distanziert, nachdem ihre Aufrufe zur Verschiebung angesichts der brüchigen Sicherheitslage ohne Folgen geblieben waren. Knapp zwei Drittel der irakischen Bevölkerung gehört der schiitischen Ausrichtung des Islams an; die Sunniten sind zahlenmäßig in der Minderheit. (APA/AFP)

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