König präsentiert nach umstrittener Regierungsauflösung neues Kabinett

5. Februar 2005, 18:15
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Gyanendra handelt sich Kritik aus aller Welt ein

Kathmandu - Einen Tag nach seiner umstrittenen Auflösung der Regierung hat der König von Nepal ein neues Kabinett präsentiert. König Gyanendra ernannte laut einer am Mittwoch vom staatlichen Radio und Fernsehen verkündeten Erklärung zehn Minister, darunter einen Kommunisten. Beobachter rechneten für den Tagesverlauf mit Demonstrationen in dem Himalaya-Königreich. Informationen waren jedoch schwer zu bekommen, da Telefonleitungen und Mobilfunkverbindungen nicht funktionierten.

König Gyanendra hatte die Regierung unter Ministerpräsident Sher Bahadur Deuba am Dienstag aufgelöst und einen Ausnahmezustand für unbegrenzte Zeit verhängt. Er begründete dies damit, dass die Regierung weder eine Einigung mit den maoistischen Rebellen erreicht noch die lange versprochene Parlamentswahl vorbereitet habe. Der König erklärte sich selbst zum Regierungschef. Deuba und mehrere Minister wurden unter Hausarrest gestellt. Politiker sprachen von einem "Staatsstreich" des Monarchen und riefen die Bevölkerung zum Widerstand auf.

UN-Generalsekretär Kofi Annan forderte nach Angaben seines Sprechers Fred Eckhard die "sofortige" Wiederherstellung der Demokratie in Nepal. Auch die USA, Großbritannien und der Nachbarstaat Indien verurteilten die Maßnahmen des Königs. Menschenrechtsgruppennnn wie Amnesty International und Human Rights Watch zeigten sich besorgt über die Aushöhlung von Grundrechten. (APA)

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    Proteste gegen die Monarchie.

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