Leobener Werkstoffforscher entwickeln Super-Airbus weiter

8. Februar 2005, 16:51
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Belastungstest für Sicherheitsbauteile mit steirischer Böhler Schmiedetechnik - Entwicklung eines Simulationsprogramms

Graz - Erst vor kurzem wurde das größte Passagierflugzeug der Welt der Öffentlichkeit vorgestellt - Werkstoffwissenschafter der Montanuniversität Leoben forschen nun aber schon mit der Industrie an der Weiterentwicklung des Airbus A380. Die Böhler Schmiedetechnik in Kapfenberg, die für den A380 Teile des Fahr- und Leitwerks sowie Triebwerksaufhängungen und weitere hoch belastete Komponenten liefert, führt mit der Abteilung Metallkunde und Werkstoffprüfung der Montanuni mehrere diesbezügliche Forschungs- und Entwicklungsprojekte durch.

Ein Projekt beschäftigt sich mit der Bestimmung von mechanischen Spannungen in geschmiedeten Triebwerksscheiben. Sie stellen ein zentrales Bauteil jedes Strahltriebwerkswerkes dar, da an ihnen die Kompressor- oder Turbinenschaufeln befestigt sind. "Wegen der hohen Anforderung während des Betriebes stellt eine Triebwerksscheibe ein so genanntes Sicherheitsbauteil dar", so Helmut Clemens, Leiter der Abteilung für Metallkunde und Werkstoffprüfung. Um den Herstellungsprozess weiter zu verbessern und den immer höheren Anforderungen anzupassen, werden die Scheiben nach verschiedenen Herstellschritten einer so genannten Eigenspannungsanalyse unterzogen.

Entwicklung eines Simulationsprogramms

"Dazu verlaufen zwei Schritte parallel: Mit Hilfe von Neutronen werden Experimente am Bauteil durchgeführt, deren Resultate mit den Ergebnissen eines Simulationsprogramms verglichen werden", so Clemens weiter. Das Ziel ist eine optimierte Simulation, mit der der Einfluss von Prozessparametern auf den Spannungszustand in den Triebwerksscheiben detailliert vorhergesagt werden kann. Dies wiederum soll die Optimierung nachfolgender Prozessschritte ermöglichen. "Leider ist ein Wermutstropfen in diesen innovativen Projekten - viele experimentelle Untersuchungen müssen im Ausland durchgeführt werden, da in Österreich die entsprechende wissenschaftliche Infrastruktur nicht zur Verfügung steht", so Clemens. (APA)

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