Jährlich elf Millionen Versuchstiere in EU

1. Februar 2005, 15:44
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Deutsche Tierschützer protestieren - vier Millionen Tiere werden bei Grundlagenforschung eingesetzt

Bonn - Fast elf Millionen Tiere werden nach Angaben des Deutschen Tierschutzbunds jedes Jahr in Europa zu Versuchszwecken eingesetzt, ein Fünftel davon allein in Deutschland. Dies gehe aus der jüngsten Versuchstierstatistik der Europäischen Kommission hervor, berichtete der Verband am Dienstag in Bonn. Die Tierschützer sprachen von einem "traurigen Rekord".

Fast 5,5 Millionen Mäuse, 2,3 Millionen Ratten, 1,6 Millionen Fische, 21.000 Hunde, 3.800 Katzen, 10.000 Affen und zahlreiche andere Tierarten leiden und sterben den Tierschützern zufolge jährlich in den Labors und Forschungsanstalten. Besonders alarmierend ist für den Deutschen Tierschutzbund die Tatsache, dass fast vier Millionen dieser Versuchstiere in der Grundlagenforschung eingesetzt wurden. Dies seien Projekte ohne direkten Nutzen für Mensch, Tier oder Umwelt.

Umweltschützer: "Forscher verweigern sich dem Tierschutz"

"Die vorliegenden Zahlen offenbaren, dass sich Forscher dem Tierschutz verweigern. Die großen Forschungsförderorganisationen, allen voran die Deutsche Forschungsgemeinschaft, werden ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nicht gerecht", kritisierte Wolfgang Apel, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Nötig sei eine Abkehr von Tierversuchen hin zu Zellkulturverfahren. "Tierqual in Forscherhand muss beendet werden", verlangte er. Europaweit seien 2002 über eine Million Versuchstiere allein in qualvollen Giftigkeitsprüfungen verendet. Wenn die Europäische Kommission nächstes Jahr die geplante EU-Chemikalienverordnung verabschiede, werde diese Zahl explodieren, warnte der deutsche Tierschutzbund. (APA/AP)

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