Zeichnungen von Ernst Ludwig Kirchner entdeckt

3. Februar 2005, 19:41
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Bei Restaurierungsarbeiten im Westfälischen Landesmuseum entdeckte man zwei unbekannte Bilder auf der Rückseite anderer Zeichnungen

Münster - Überraschender Fund im Museumsdepot: Bei Restaurierungsarbeiten im Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster sind zwei bisher unbekannte Zeichnungen des Künstlers Ernst Ludwig Kirchner (1880-1938) ans Tageslicht gekommen. Die Bilder befänden sich auf der Rückseite zweier Kirchner-Zeichnungen, die bereits seit den 50er Jahren im Museumsbesitz seien, sagte Sprecher Daniel Müller-Hofstede am Montag. Bei den nun entdeckten Zeichnungen handle es sich um zwei weibliche Halb-Akte und ein Frauenporträt. Sie stammten aus den Jahren 1912 sowie 1923/24.

Entwürfe offenbar aus Materialmangel auf Rückseite gezeichnet

Die Arbeiten seien offenbar Entwürfe, die Kirchner aus Materialmangel auf die Rückseite fertiger Bilder aus früheren Jahren gezeichnet habe, sagte Müller-Hofstede. "Die waren bestimmt nicht dafür gedacht, verkauft zu werden." Eines der Bilder sei sogar am oberen Rand abgeschnitten. Die Hauptzeichnungen auf den Vorderseiten - "Nacktes liegendes Mädchen" von 1910 und "Alte und junge Frau am Tisch" von 1920/21 - stünden in keinem künstlerischem Zusammenhang mit den rückseitigen Arbeiten.

Entdeckt worden seien die Zeichnungen bei den Vorbereitungen für eine Ausstellung zum 100. Gründungsjubiläum der Künstlergruppe "Die Brücke", zu der neben Kirchner auch Erich Heckel, Emil Nolde und Max Pechstein zählten. Seit den 50er Jahren baut das Museum eine Sammlung mit Hauptwerken aller wichtigen "Brücke"-Mitglieder auf. (APA/dpa)

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