Israel: Mehr als 130.000 demonstrieren gegen Gaza-Abzug

1. Februar 2005, 18:19
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Siedlerrat "überrascht" von hoher Teilnehmerzahl

Jerusalem - Zehntausende Israelis haben am Sonntagabend gegen den Gaza-Abzugsplan von Ministerpräsident Ariel Sharon demonstriert. An dem Protest vor dem Parlamentsgebäude in Jerusalem beteiligten sich nach Polizeiangaben mehr als 130.000 Menschen. Der jüdische Siedlerrat zeigte sich "überrascht" von der großen Teilnahme an der von ihm organisierten Demonstration und sprach von etwa 160.000 Demonstranten.

Die Teilnehmer waren mit hunderten Autobussen nach Jerusalem gebracht worden und sollten mindestens bis Montagnachmittag bleiben. Die Umgebung der Knesset und der wichtigsten Ministerien war überfüllt mit Demonstranten, die die israelische Fahne und orangefarbene Banner in der Farbe des wichtigsten Siedlungsblocks Gush Katif schwenkten.

Am Rande der Demonstration wurden Unterschriften für eine Petition gesammelt, die zum "körperlichen, aber gewaltfreien" Widerstand gegen den Abzugsplan auffordert. Unter den Demonstranten waren neben zahlreichen Ultraorthodoxen auch mehrere Vertreter von Sharons Likud-Partei, darunter Parlamentspräsident Reuben Rivlin und die Abgeordneten David Levy und Uzi Landau.

Sharons Rückzugsplan sieht bis Herbst dieses Jahres die Räumung aller 21 jüdischen Siedlungen im Gazastreifen und von vier Siedlungen im Westjordanland vor. Zudem soll sich die Armee vollständig aus dem Gazastreifen zurückziehen. Der Streit um den Plan hatte zum Bruch von Sharons Regierungskoalition und zu einem neuen Bündnis von Likud-Partei, Arbeitspartei und der orthodoxen Thora-Partei geführt. (APA)

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