Mit jedem Schritt wird’s schöner

    16. Mai 1998, 12:28
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    Schon von der schmucken Grünburger Hütte hat man eine herrliche Sicht zum Traunstein, zum Toten Gebirge, zur Kremsmauer und über das Alpenvorland hinweg zum Sauwald und zur Begrenzung des Mühlviertels

    Vom Tal nimmt sich der 1273 m hohe Hochbuchberg im Zwickel zwischen der Enns und der Steyr nicht besonders imposant aus; da scheinen andere Gipfel der Umgebung verlockender. Als Aussichtsberg jedoch übertrumpft er alle Nachbarn und auch wesentlich höhere Erhebungen. Egal, aus welcher Richtung man auf diesen Mugel steigt, der Blick in die nähere und weitere Umgebung wird mit jedem Schritt bergauf schöner und umfassender.

    Das grandiose Finale folgt auf dem Gipfel, der zwar teilweise bewaldet ist, aber trotzdem als Aussichtspunkt ersten Ranges angesehen werden muß. Vom Gipfelkreuz schweift der Blick zum Toten und zum Sengsengebirge, von einer etwa 100m entfernten freien Fläche überschaut man den Alpenzug vom Ötscher über Dürrenstein bis zum Gesäuse, die Ybbstaler Alpen und die östlichen Voralpen Oberösterreichs mit Schiefer- und Schoberstein. Dazu kommt der beeindruckende Tiefblick in die Täler der Steyr und der Enns und zu den Randerhebungen des Alpenvorlandes mit Plattenstein oder Sonntagberg.

    Wer sich zur empfehlenswerten Überschreitung zum Messerer Gscheid und zum Kruckenbrettl entschließt, wandert von _einem Aussichtsplatzerl zum anderen – eine Runde, die Herz und Augen erfrischt. Das Messerer Gscheid verdankt seinen Namen den Feitlerzeugern aus Trattenbach, die früher ihre Waren über den Sattel ins Steyrtal transportierten. Die Grünburger Hütte ist so recht nach dem Geschmack der Wanderer, schmuck und gemütlich, die Krapfen der Wirtin gelten zu Recht als Delikatesse. Und eine reiche Blumen- und Pflanzenwelt gibt dem Berg einen prächtigen Rahmen.

    Die Runde beginnt beim Gehöft Seebacher im Rodatal. Den kleinen Parkplatz erreicht man von der Haunoldmühle nach Grünburg auf einem guten, asphaltierten Güterweg. Knapp unterhalb des Seebachers in einer Höhe von etwa 580 m beginnt die rote Markierung (Nummer15), die recht zügig zur Höhe führt. Etwa 1¼ Stunden braucht man bis zur Brettmaisalm, wo die Hütte steht.

    In sanfter Steigung geht es weiter in _einen Wiesensattel, dort zweigt nach rechts die rote Markierung zum Gipfel des Hochbuchbergs ab, den man nach _einer halben Stunde erreicht. Dann zurück in den Sattel und weiter nach rechts. Es geht steil bergab, später wird der Weg eben. Die rote Markierung führt zum Messerer Gscheid. Gehzeit ab Hochbuchberg eine Stunde.

    Im sanften Gegenanstieg gelangt man in einer halben Stunde zum Kruckenbrettl. Über den steilen Hubertussteig geht es hinunter in einen Sattel, dort trifft man auf eine Forststraße, der man nach links folgt. Sie führt im weiten Bogen zurück zum Parkplatz beim Seebacher. Ab Kruckenbrettl eine Stunde.

    Gesamtgehzeit 4¼ bis 4½ Stunden, Höhendifferenz rund 800 m.Grünburger Hütte von Mai bis Oktober durchgehend offen, sonst an Wochenenden und Feiertagen bewirtschaftet.

    Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 68 (Kirchdorf an der Krems)

    von Bernd Orfer
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