Benjamin Raichs Weg zum Allrounder

3. Februar 2005, 19:23
posten

In der seit zwei Jahren existierenden Trainingsgruppe "WC 4" entwickelte sich der Pitztaler auch in den Speed-Disziplinen zum Weltklasse-Mann

Bormio - Die vom ÖSV forcierte Wandlung von Benni Raich vom einstigen Technik-Spezialisten zum Super-Allrounder ist am Samstag beim WM-Super-G in Bormio mit Bronze prämiert worden. Der Pitztaler, der in Bormio ein Großprogramm mit fünf Bewerben vor sich hat, heimste nach Slalom-Silber 2001 in St. Anton die zweite WM-Medaille seiner Karriere ein, die erste in einer Speed-Disziplin. Ein Erfolg, der von der ÖSV-Trainercrew rund um Herrenchef Toni Giger seit der Einführung der Trainingsgruppe "WC 4" vor knapp zwei Jahren akribisch geplant wurde.

Benni Raich blickt auf eine Karriere wie aus dem Lehrbuch zurück. Seit 1995 im ÖSV-Team feierte der Tiroler bereits in Nachwuchszeiten herausragende Erfolge, in Slalom und Riesentorlauf konnte dem Shooting-Star kaum jemand das Wasser reichen. 1996 in Schwyz (Slalom), 1997 in Schladming (RTL) und 1998 in Megeve (RTL, Slalom, Kombination) fuhr er zu insgesamt fünf Titeln bei Junioren-Weltmeisterschaften. Im Europacup gewann er 1997/1998 die Gesamtwertung sowie in Slalom und Riesentorlauf.

Unternehmen Weltcupsieg

Den Durchbruch im Weltcup schaffte Raich als 20-Jähriger beim Nachtslalom in Schladming, den er bis heute drei Mal, so oft wie kein anderer, gewonnen hat. Bis dato ließ er im Weltcup 14 weitere Siege und insgesamt 42 Stockerlplätze folgen, für seinen Gruppentrainer Andi Evers hat er längst das Zeug für Siege in allen Disziplinen. Raichs Entwicklung vom Techniker zum Allrounder vollzog sich im Biotop der Trainingsgruppe "WC 4" ("Weltcup - 4 Disziplinen"), sie dient als Basislager für jene Fahrer, die den Gewinn des Gesamt-Weltcup im Visier haben. Neben Raich sind das derzeit Hermann Maier, Michael Walchhofer, Christoph Gruber und Mario Scheiber.

In Millers Genick

Seitdem übt der Tiroler die Speed-Disziplinen Abfahrt und Super G. Mit Erfolg, wie ein dritter Platz und drei vierte Plätze im Super-G-Weltcup sowie ansprechende Abfahrts-Leistungen in den vergangenen beiden Jahren beweisen. In der laufenden Saison trennen Raich in der Weltcup-Wertung nur noch 95 Punkte von Leader Bode Miller.

Seine Familie im kleinen Dorf Leins in der Pitztaler Gemeinde Arzl stellt gemeinsam mit Freundin Marlies Schild Raichs großen Rückhalt dar. "Ohne ihre Unterstützung könnte ich mich nicht aufs Skifahren konzentrieren", sagt er. (Alexander Hofstetter, APA/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Benjamin Raich auf Bronze-Fahrt.

Share if you care.