Eine Genußtour am Millstätter See

    22. August 1998, 14:14
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    Zwischen Seeboden und Döbriach fast immer am Wasser

    Rund 12 km lang und bis zu 2 km breit ist der 588 m hoch gelegene Millstätter See, der nicht nur als der tiefste (142 m), sondern auch als einer der wärmsten Badeseen Kärntens gilt. Die Fläche des Gewässers beträgt 13,3 km, findige Naturen haben ausgerechnet, daß seine Wassermenge rund 1200 Millionen Kubikmeter ausmacht. Seine Entstehung verdankt er einem eiszeitlichen Gletscher, der die Mulde "ausgehobelt" hat, die sich später mit Wasser füllte.

    Und der Millstätter See hat - im Gegensatz zu etlichen anderen Seen - den immensen Vorteil, daß sein Südufer in weiten Bereichen nicht verbaut und daher frei zugänglichist. Da bietet sich eine Wanderung entlang der Schattenseite des Sees an, die zwar relativ lang aber völlig unbeschwerlich ist, da längere Steigungen naturgemäß fehlen. Und obendrein hat man die Möglichkeit, die Tour an drei Stellen abzubrechen und mit dem Schiff zum Ausgangspunkt zurückzukehren.

    Wenn Lust oder Kondition nicht für die gesamte Distanz reichen, vertraut man sich dem Schinakel an. Für die Rückkehr von Döbriach nach Seeboden - bzw. umgekehrt - kann man auch den Bus benutzen, nur verlängert sich dann die Strecke um etwa anderthalb Kilometer.

    Der Süduferweg (Nummer 2), wie die Route offiziell heißt, garantiert viel Abwechslung und vor allem eine immer wieder beeindruckende Sicht auf die Ausläufer der Nockberge, welche den See im Norden begrenzen. Der Blick zum Tschierweger Nock, zur Millstätter Alpe oder zum Lammersdorfer Berg ist entzückend, außerdem wandert man direkt auf das Mirnock zu, welches das östliche Panorama bestimmt.

    Im Juli findet man am Südufer sogar die Feuerlilie und den (sehr giftigen) Roten Fingerhut. Selbst eine Hitzewelle kann einen von dieser Wanderung kaum abhalten, denn es bietet sich reichlich Gelegenheit zu einem erfrischenden Bad in einem See, dessen Wasserqualität überaus gut ist. Mit dem Restaurant im Bad gegenüber von Millstatt und dem Gasthaus Laggerhof stehen auch zwei Raststationen zur Verfügung, so daß man mit kleinem Gepäck wandern kann und nicht einmal ein Getränk mitschleppen muß.

    Einziger "Mißton": Die Mountainbiker befahren auch die verbotenen Zonen. Alles in allem aber eine Genußtour.

    Man beginnt in Seeboden bei der Schiffstation Steiner, wandert ein kurzes Stück auf der Straße und zweigt dann auf den Süduferweg (Nummer 2) ab. Man bleibt lange auf einem schmalen Steig direkt neben dem Wasser, schließlich erreicht man das Bad mit der Schiffstation Großegg.

    Wieder geht es direkt am See entlang vorbei an der Station Süduferweg, dann steigt die Route etwas. Man passiert das Gasthaus Laggerhof (Schiffstation) und bleibt dann auf einem Fahrweg, später auf einem Steig, etwas über dem See bis knapp vor Döbriach. Nun sind es nur ein paar Schritte bis zur Schiffstation Glanz.

    Die einzelnen Etappen: Seeboden/Steiner-Großegg 5,5 km; Großegg-Süduferweg 0,5 km; Süduferweg-Laggerhof 2 km; Laggerhof-Döbriach/ Glanz 5,5 km. Gesamtdistanz 13,5 km, Gehzeit etwa 3½ bis 4 Stunden; keine nennenswerte Höhendifferenz.

    Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 182 (Spittal an der Drau) und 183 (Radenthein).

    © DER STANDARD, 22./23. August 1998

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    Bernd Orfer
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