Riesen vereitelten den Meeresblick

    14. August 1999, 14:09
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    Auch wenn's mit der Sicht zur Adria nichts mehr ist, hat das Mirnock immer noch seine Meriten und gilt als besonderer Aussichtspunkt.

    Die Sage erzählt, dass man vom Mirnock bei Radenthein einst das Meer sehen konnte. Riesen, die in der Gegend lebten, gerieten mit den Sennern der umliegenden Almen in Streit, worauf die Kraftlackeln den Berg bis auf eine Höhe von 2110 m abtrugen und damit den Hirten den Meeresblick vermasselten.

    In der Runde liegen etwa die Hohen Tauern mit Hochalmspitze und Hafner, die Gailtaler Alpen (Goldeck, Latschur und Reißkofel), die Lienzer Dolomiten, die Karnischen Alpen (Trog- und Gartnerkofel), die Karawanken (Mittagskogel und Hochstuhl), die Julischen und Friulanischen Alpen (Mangart), Dobratsch und die übrigen Nockberge. Die Behauptung, vom Mirnock wäre der schönste Überblick über den Millstättersee, muss unwidersprochen bleiben.

    Zudem wartet das Nock mit einer intakten Umwelt und einer überaus vielfältigen Pflanzenwelt auf, in welcher der Almrausch und viele Enzian-und Nelkenarten dominieren.

    Da man von Afritz auf einer schmalen Mautstraße bis zur der über 1600 m hoch gelegenen Kohlweißhütte fahren kann, ist eine Runde über das Mirnock eine gemütliche, aber sehr anregende Wanderung, die kaum einen Wunsch offen lässt. Die auf den Wegweisern angegebenen Gehzeiten sollte man mit Vorsicht zur Kenntnis nehmen, sie stimmen hinten und vorne nicht. Auch die Höhenangabe auf der Kohlweißhütte (1694 m) ist falsch, richtig wäre 1670 m.

    Vom südlichen Ende des Afritzsees fährt man auf kurviger, aber guter Straße zur Kohlweißhütte und wählt die rote Markierung 183, die in einem weiten Bogen in einen Sattel beim Rindernock führt. Rot markiert mit der Nummer 180 geht es weiter zum Gipfel des Mirnocks, den man nach 1 ½ Stunden ab Kohlweißhütte erreicht.

    Auf der roten Markierung 185 wandert man in nordwestlicher Richtung leicht bergab, wendet sich vor dem Bodeneck nach rechts und gelangt in steilerem Gelände zur Hochalm. Gehzeit ab Gipfel eine Stunde.

    Für den Rückweg wählt man die rote Markierung 184 a, die über die Lehne des Türndls - in manchen Karten falsch als "Dirndl" bezeichnet - zur Kohlweißhütte zurück führt. Gehzeit ab Hochalm 1 ½ Stunden. Bernd Orfer Gesamtgehzeit 4 Stunden, Höhendifferenz rund 600 m. Kohlweißhütte bis in den Spätherbst offen, Hochalmhütte während der Saison bewirtschaftet. Freytag-Berndt WFK 222-1 (Bad Kleinkirchheim Nationalpark Nockberge), Maßstab 1:50.000.

    Von Bernd Orfer
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