Schaulaufen für den WTO-Chefposten

4. Februar 2005, 10:54
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Neben Ex-EU- Außenhandelskommissar Lamy stellen drei weitere Kandidaten dem Hearing vor der Welthandelsorganisation

Genf - Bei der Welthandelsorganisation - WTO - in Genf haben am Mittwoch die Anhörungen für den Posten des neuen Generaldirektors begonnen.

Die vier Bewerber Luiz-Felipe de Seixas Correa (Brasilien), Jayen Cuttaree (Mauritius), Carlos Perez del Castillo (Uruguay) sowie der ehemalige EU-Außenhandelskommissar Pascal Lamy (Frankreich) bekommen jeweils 75 Minuten, um den Vertretern der 148 Mitgliedsstaaten ihre Vorstellungen für die Führung der WTO darzulegen.

Der Nachfolger des scheidenden Generaldirektors Supachai Panitchpakdi aus Thailand soll bis spätestens Ende Mai feststehen. Der neue WTO-Chef würde sein Amt dann im September für vier Jahre antreten.

Offenes Rennen

Das Rennen um den WTO-Chefposten gilt als offen. Mehrere WTO-Botschafter sagten bei ihrem Eintreffen zu der Anhörung, ihre Länder hätten sich noch nicht auf einen Kandidaten festgelegt. Die Entwicklungsländer, welche die große Mehrheit der WTO-Staaten stellen, fordern einen neuen Generaldirektor aus ihren Reihen.

Sie begründen dies mit der seit 2001 laufenden Doha-Runde für den Abbau von Zöllen und anderen Handelshemmnissen, deren ausdrückliches Ziel eine Stärkung der Entwicklungsländer ist.

Der neue Generaldirektor wird die schwierige Aufgabe haben, die Doha-Runde abzuschließen. Sie hätte schon längst beendet sein sollen. Große Gegensätze zwischen armen und reichen Staaten vor allem in der Frage des Agrarhandels hatten dies aber bei der WTO-Konferenz in Cancún im September 2003 verhindert. Die meisten WTO-Mitglieder hoffen auf einen Abschluss im Jahr 2006. (APA)

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