"Undercover" im Korsett

16. Februar 2005, 13:34
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Sich als Geisterbeschwörer zu verkleiden und Ahnungslose zu narren, hätte spaßig sein können ...

Leiden auch Sie unter "Reinkarnationsschwierigkeiten"? Haben auch Sie das dringende Bedürfnis, sich aller Lasten - und damit vor allem von Ihren Sparbüchern - befreien zu müssen? Dann melden Sie sich bitte bei Angelika Niedetzky und Roman Palfrader. Unzählige Geneppte und 30 Minuten Undercover reichten nämlich Donnerstagnacht nicht aus, um die komische Grundidee vergnüglich umzusetzen.

Sich als Geisterbeschwörer zu verkleiden und Ahnungslose mit esoterischem Kauderwelsch zu narren, hätte spaßig sein können. Wie die beiden vorgingen, entlockte das allerdings keinen Lacher. Wie Flüchtige wechselten sie die Schauplätze, sobald es heiter zu werden drohte. Von einigen "Opfern" wurden die zwei ohnehin nicht ernst genommen. Den flott-jovialen Finanzberater konnten sie dennoch ein wenig aus der Reserve locken. Was schön war, denn die sorgfältig ins Bild gerückten Kataloge mit Firmenlogo wurden dadurch fast zur Negativwerbung.

Das Dilemma der beiden: Es zwackt das öffentlich-rechtliche Korsett an allen Enden: Die Genarrten dürfen nicht zu sehr bloßgestellt werden, deshalb bleiben Niedetzky und Palfrader zu brav und letztlich selbst die Dummen.

In solchen Momenten denkt man voller Sehnsucht an Ali G. Könnte bitte ein TV-Sender so freundlich sein? (prie/DER STANDARD; Printausgabe, 22./23.1.2005)

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    foto: orf/leitner
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