Deutscher Werbemarkt soll 2005 um rund fünf Prozent wachsen

16. Februar 2005, 13:53
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18 Milliarden Euro für Werbung in klassischen Medien 2004

Der deutsche Werbemarkt ist 2004 quer durch alle klassischen Medien kräftig gewachsen und soll auch in diesem Jahr um rund fünf Prozent zulegen. Die Bruttowerbeinvestitionen seien im vergangenen Jahr um eine Milliarde Euro oder 5,8 Prozent auf 18,2 Mrd. Euro angestiegen, berichtete das Marktforschungsunternehmen Nielsen Media Research am Freitag im Hamburg. Dessen Geschäftsführer Ludger Vornhusen zufolge verdankt die Branche das Wachstum der zunehmenden Werbung für Rabattaktionen und andere kurzfristige Ziele. Sie habe die markenbildende Werbung endgültig als wichtigste Werbeform abgelöst. Die höchsten Werbeeinnahmen verbuchte auch 2004 das Fernsehen.

Besonders deutlich habe sich diese Trendwende, die in allen Mediengattungen aufgenommen worden sei, bei der Werbung im Einzelhandels gezeigt, erläuterte Vornhusen. Hier hätten die Lebensmittel-Discounter ihre Werbeausgaben erneut um 60 Mio. auf 740 Mio. Euro gesteigert, Technik-Discounter wie Media Markt und Saturn hätten mit 430 Mio. Euro rund 75 Mio. Euro mehr investiert als 2003. Auch Drogeriemärkte, Bau- und Heimwerkermärkte hätten deutlich mehr geworben. Besonders rasant, nämlich um mindestens 150 Mio. Euro, hätten Anbieter von Klingeltönen und anderen Handy-Downloads ihr Werbevolumen ausgebaut.

Fernsehen wieder mit den höchsten Umsätzen

Dagegen hätten die deutschen Kauf- und Warenhäuser nur noch für 270 Mio. Euro Werbung gemacht und damit im Vergleich zu 2003 rund 60 Mio. Euro weniger ausgegeben, hieß es weiter. Markenartikler hätten vor allem versucht, ihre Werbebotschaften konkreter zu gestalten. So hätten etwa die Autohersteller ihre Imagewerbung zugunsten der Werbung für neue Pkw-Modelle um 30 Prozent zurückgefahren, Telekomfirmen hätten sogar 50 Prozent weniger für die Imagewerbung ausgegeben und dafür mehr für ihre Tarife geworben. "Der Umbruch des Werbemarktes ist nicht abgeschlossen und wird sich in 2005 fortsetzen", bilanzierte Vornhusen. Nielsen Media Research erwarte daher für dieses Jahr ein Wachstum von rund fünf Prozent.

Von den klassischen Medien verbuchte das Fernsehen im vergangenen Jahr mit 7,7 Mrd. Euro erneut die höchsten Werbeumsätze, wie Vornhusen erklärte. Das Wachstum fiel hier aber mit 3,7 Prozent unterdurchschnittlich aus - ebenso wie bei den Publikumszeitschriften, die ein Plus von 3,8 Prozent auf 3,9 Mrd. Euro verbuchten. Dagegen boomten die Werbeeinnahmen der Tageszeitungen: Sie konnten sich - Rubrikenanzeigen nicht mitgerechnet - über einen Zuwachs von 10,7 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro freuen. Im Radio wurde für rund eine Milliarde Euro geworben, was einem Plus von gut zehn Prozent entsprach. Auf Plakaten wurde für knapp 563 Mio. Euro geworben (plus 5,8 Prozent), auf Fachzeitschriften entfielen 420 Mio. Euro (plus 2,3 Prozent). (APA/AFP)

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