Argentinischen Folter-Militär im Gerichtssaal zusammengebrochen

15. Jänner 2005, 17:16
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Adolfo Scilingo muss sich trotz Hungerstreiks in Madrid vor Gericht verantworten

Madrid/Wien - Wegen eines Ohnmachtsanfalls des Angeklagten ist der Prozess gegen den argentinischen Ex-Offizier Adolfo Scilingo (58) vor dem höchsten spanischen Strafgericht am Freitag für etwa 30 Minuten unterbrochen worden.

Scilingo, der wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen in den 70er Jahren während der Militärdiktatur in Argentinien (1976-1983) angeklagt ist, wurde nach der Untersuchung durch Gerichtsmediziner für verhandlungsfähig befunden, berichtet die spanische Zeitung "El Mundo" in ihrer Internetausgabe.

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Der Angeklagte befindet sich seit 9. Dezember im Hungerstreik. Bereits am Mittwoch war er im Gefängnis ohnmächtig geworden und musste für einige Stunden in ein Spital eingeliefert werden. Scilingo ist wegen Völkermordes, Terrorismus und Folter angeklagt sowie wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an den so genannten "Todesflügen", bei denen Regimegegner ins Meer geworfen wurden.

1997 war Scilingo freiwillig nach Spanien gekommen und hatte zugegeben, an den makabren Aktionen teilgenommen zu haben, deren Zweck es war, Oppositionelle verschwinden zu lassen. Später zog der Ex-Offizier diese Aussagen wieder zurück. Die Sammelklagen gegen Scilingo fordern insgesamt 6.626 Jahre Haft. (APA)

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    Adolfo Scilingo versuchte, sich durch einen Hungerstreik der Gerichtsbarkeit zu entziehen.

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