761 Millionen Euro Mauteinnahmen

3. Februar 2005, 14:40
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Asfinag erreicht im ersten Betriebsjahr die zuvor prognostizierten Zahlen - Heuer sollen es drei bis fünf Prozent mehr sein

Wien - Ziemlich punktgenau jener Betrag, den die heimische Autobahngesellschaft Asfinag vor dem Start der Lkw-Maut als Einnahmensumme prognostiziert hatte, wurde im Jahr 2004 auch eingenommen: 600 Millionen Euro. Zusammen mit den Sondermauten - etwa über die Brennerautobahn - kam man auf 761 Millionen Euro. Heuer sollen es zwischen drei und fünf Prozent mehr sein. Laut Mautbetreiber Europpass wurden in Summe 538 Mio. Lkw-Fahrten registriert. Die Mautprellerrate sei bei rund 1,6 Prozent gelegen. Aus Ersatzmautzahlungen wurden 12,4 Mio. Euro erlöst. Nach dem ersten Betriebsjahr verweist die Asfinag nun auf über 460.000 aktive "Go-Box"-Verträge. Die Einnahmen fließen in Bau, Betrieb und Erhaltung des hochrangigen Netzes.

Neue Struktur

Seit Jahresbeginn operiert die Asfinag nunmehr auch in einer neuen Holdingstruktur. Die vormaligen Tochterunternehmen, die Alpenstraßen AG (ASG) sowie die Österreichische Autobahnen- und Schnellstraßen-GmbH (ÖSAG, an ihr waren früher die Länder mitbeteiligt) wurden in die Asfinag verschmolzen. Die Bereiche Planen und Bau, Service (Nord, Ost, Süd), Verkehrstelematik sowie Maut wurden in Tochtergesellschaften gelagert.

Die Asfinag - kurz für Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-AG - wurde 1982 als Tochter des Bundes gegründet. Zuvor wurden große Projekte wie die Glockner-Hochalpenstraße oder die (skandalträchtige) Pyhrn-Autobahn in Sondergesellschaften ausgelagert. Mit der Asfinag wurden Einnahmen und vor allem die Schulden gebündelt. Sie war eine reine Finanzierungsgesellschaft, anfangs auch für Schienenprojekte. 1997 wurde die Asfinag aus dem Ministerium ausgegliedert. Es setzte Kritik, weil so ein Teil der Staatsschuld in Asfinag und Schig (Schienen-Infrastrukturfinanzierungs-GmbH) "versteckt" wurden.

Mit der Maut - Stichwort: Asfinag-Sheriffs - wurde der Name zur Marke. (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 14.1.2005)

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