Rennspiele erzeugen gefährliche Autofahrer

26. Juli 2005, 13:30
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Deutscher Psychologe sieht Gefährdung durch "Need for Speed" und Co. und fordert strengere Altersbeschränkungen

Die Auswirkungen von Computer- und Videospielen auf Kinder und Jugendliche beschäftigen seit einiger Zeit die Welt der Psychologie. In dieser Auseinandersetzung wird allzu oft die Schuld-Frage gestellt; sind die Spiele schuld oder doch die Eltern, ist nur ein Übermaß an Computerspielen schlecht oder schon eine kurze Zeitspanne in einer virtuellen Welt? - Ob es jemals Anworten auf diese Fragen gibt, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur, dass die Thematik immer um neue Facetten bereichert wird.

SpielerInnen werden RaserInnen

Ein deutscher Psychologe ortet eine Gefährdung durch Auto-Rennspiele. Spektakuöäre Zusammenstöße, illegale Straßenrennen, Tuning und gemeingefährliche Überholmanöver - alle Zutaten eines guten Rennspiels als "Burnout" oder "Need for Speed Underground" - könnten dafür sorgen, dass SpielerInnen auch in der Realität zu RaserInnen und DränglerInnen werden. Dieses Genre war bislang kaum diskutiert worden, da die steigende Gewalt durch Ego-Shooter im Mittelpunkt der Diskussionen stand.

Gefahr auf der Strasse

Jörg Kubitzki, Diplom-Psychologe am Allianz Zentrum für Technik (AZT), fürchtet allerdings, dass Rennspiele Auswirkungen auf die Realität haben könnten und SpielerInnen so zu DränglerInnen, RaserInnen und zu einer Gefahr durch waghalsige Fahrmanöver werden können. Seiner Meinung nach sollten strengere Altersbegrenzungen auf für diese Spiele eingeführt und genauer kontrolliert werden. In einem Interview mit der deutschen Presseagentur dpa meint Kubitzki, dass "die Philosophie dieser Spiele das Brechen von Regeln sowie ein zu Gewalt neigendes Verhalten belohnt". In einem Pilotprojekt befragte der Pyschologe 657 junge Männer zwischen 13 und 17 Jahren. Mehr als drei Viertel von den Befragten spielten Rennspiele, und viele waren besonders von hohen Geschwindigkeiten und spektakulären Crashs fasziniert. Kubitzki will mit seiner Studie nun eine öffentliche Debatte anregen, da sich die Diskussion nur um Ego-Shooter drehe. Es gäbe aber auch Gewalt in Computerspielen, die sich subtiler darstellt, so der Psychologe.(grex)

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Allianz

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