Entscheidung über Zukunft der Wörtherseebühne erneut vertagt

13. Jänner 2005, 18:08
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Eingeforderte Bilanz für die abgelaufene Spielzeit lag wieder nicht vor

Klagenfurt - Die Entscheidung über die Zukunft der Wörtherseebühne wurde am Dienstag neuerlich vertagt. Der Aufsichtsrat setzte die entsprechenden Punkte bei seiner Sitzung am Nachmittag ab, da die Bilanz für die abgelaufene Spielzeit wieder nicht vorlag.

Aussetzen oder bespielen?

SPÖ und ÖPV hatten ja bereits am Montag gefordert, die diesjährige Spielsaison auszusetzen, Kulturreferent Landeshauptmann Jörg Haider (F) spricht sich für eine Bespielung aus. Aufsichtsratsmitglied LAbg Nicole Cernic (S) erklärte nach der Sitzung: "Wir konnten über die Programmfrage gar nicht im Konkreten sprechen, da die dringend geforderte Bilanz noch immer ausständig ist."

Cernic bekräftigte daher ihre Forderung, die heurige Saison auszusetzen: "Es ist nicht mehr zu verantworten, da noch weiteres Steuergeld hineinzupumpen." Auch ihr Parteikollege im Aufsichtsgremium, LAbg. Peter Kaiser, meinte, für ihn sei es "nicht vorstellbar", dass noch ein weiterer Steuer-Euro in die Wörtherseebühne gesteckt werde.

Die Vorsitzende des Aufsichtsrates, Kulturamtsleiterin Erika Napetschnig, bestätigte, dass die Bilanz noch nicht vorliege. "In den nächsten zwei bis drei Wochen soll die testierte Bilanz auf dem Tisch liegen", sagte sie. Trotz der Verzögerungen sei sie aber sehr zuversichtlich, dass die Bühne auch im Sommer 2005 bespielt werden könne.

"Konkursfall" und "Desaster"

ÖVP-Obmann Josef Martinz nannte die Seebühne, wie schon SPÖ-Chef LHStv. Peter Ambrozy, einen "Konkursfall". Er bezog sich auf einen Prüfbericht, laut dem nicht nur mehr als zwei Millionen Euro Abgang produziert worden seien, sondern "Steuergeld ohne Belege, ohne Erfolgskontrollen und ohne Ergebnis" verprasst worden sei.

Die Kärntner Grünen kritisierten "dubiose Zahlenspielereien" rund um die Wörtherseebühne. "Damit soll vom wirklichen Desaster abgelenkt werden", sagte Landessprecher Rolf Holub. Er forderte den designierten Intendanten der Seebühne, Renato Zanella, auf, sich zu überlegen, "auf sein Gehalt von 8.000 Euro im Monat zu verzichten", solange auf der Seebühne kein Programm gespielt werde.(APA)

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