Bizarrer Nebel im Kosmos

12. Jänner 2005, 15:32
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Magnetfelder der Zentralsterne bringen Schmetterlingsformen aus Gas hervor

Tübingen - Für die bizarren Formen mancher Nebel im Kosmos sind die Magnetfelder ihrer Zentralsterne verantwortlich. Den vorläufigen Nachweis für dieses Phänomen bei den so genannten planetaren Nebeln haben nun erstmals Wissenschafter aus Heidelberg, Tübingen und Bamberg erbracht, wie die Universität Tübingen am Dienstag mitteilte. Die Magnetfelder verzerren die meisten der Gasnebel zu eigenartigen Gebilden, die häufig einer Schmetterlingsform ähneln.

Roter Riese stößt Gashülle ab

Planetare Nebel entstehen, wenn ein Stern am Ende seiner Existenz zu einem Roten Riesen anschwillt und seine äußere Gashülle abstößt. Starke Materiewinde, die vom Zentralstern ins All wehen, schieben diese Gase wie ein Schneepflug zusammen. Ein Gasnebel formt sich, der das Licht seines Sterns reflektiert. Eigentlich müssten alle planetaren Nebel kugelförmig sein, rund 80 Prozent von ihnen haben jedoch eine andere Gestalt.

Die Forscher untersuchten mit einem besonders leistungsfähigen Teleskop der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile das Licht der Zentralsterne von vier planetaren Nebeln. Dabei wiesen sie eine Polarisation des Lichts nach, die Lichtwellen der Sterne schwingen also bevorzugt in einer bestimmten Ebene. Diese Beobachtung lasse auf ein Magnetfeld schließen, das dem Tausendfachen der Sonne entspreche.

Dynamoeffekt elektisch leitender Gasschichten

Die Magnetfelder entstehen, weil elektrisch leitende Gasschichten (Plasma) der Sterne sich unterschiedlich schnell drehen und einen Dynamoeffekt erzeugen. So wie die Eisenspäne bei einem Hufeisen-Magneten macht der planetare Nebel das Magnetfeld des Zentralsterns sichtbar.

Bislang hatten Astronomen nur die Polarisation des Lichts aus den planetaren Nebeln selbst festgestellt. Die deutschen Wissenschafter erbrachten nun den Beleg, dass bereits das Licht der Zentralsterne polarisiert ist. Nun steht noch der Nachweis aus, dass die Sterne der wenigen kugelförmigen planetaren Nebel nur ein schwaches Magnetfeld haben. (APA)

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    N44C-Nebel, ausgenommen vom Hubble-Teleskop anno 1996.

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