"Zur Vorstellung des Terrors: Die RAF"

7. Jänner 2005, 11:09
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Umstrittene Ausstellung zur Geschichte der RAF in den Berliner Kunst-Werken

Berlin - Mit großer öffentlicher Aufmerksamkeit wird Ende Jänner in den Berliner Kunst-Werken die RAF-Schau und damit eines der ersten größeren Ausstellungsprojekte des neuen Jahres in der deutschen Hauptstadt erwartet. Die Kunst-Werke wollen ab 29. Jänner die ursprünglich vor einem Jahr geplante Ausstellung über die terroristische Rote Armee-Fraktion (RAF) zeigen.

Zuvor hatte es im Internet eine Kunstauktion zur Finanzierung der Schau gegeben, die zunächst vom Hauptstadtkulturfonds unterstützt werden sollte. Das hatte vor einem Jahr zu heftigen Protesten von verschiedenen Seiten geführt, so dass die Kunst-Werke ihren Förderantrag wieder zurückzogen.

"Mythos RAF"

Die Ausstellung über die Geschichte der RAF trägt jetzt den Titel "Zur Vorstellung des Terrors: Die RAF. Ausstellung". Der ursprünglich heftig umstrittene Arbeitstitel seinerzeit war "Mythos RAF". Schirmherr ist der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP).

In der Ausstellung werden Werke von etwa 50 Künstlern zu sehen sein, die sich seit 1972 mit der RAF-Geschichte, den Tätern und ihren Opfern beschäftigt haben, wie Klaus Biesenbach von den Kunst-Werken mitteilte. Biesenbach ist inzwischen auch am Museum of Modern Art (MoMA) in New York tätig. Die RAF-Ausstellung soll von Felix Ensslin und Ellen Blumenstein realisiert werden. Biesenbach ist für Idee und Konzept verantwortlich, aber nicht Kurator der Ausstellung.

Künstler

Gezeigt werden Werke von Künstlern wie Joseph Beuys, Gerhard Richter - er war in der MoMA-Ausstellung in Berlin mit einem RAF- Zyklus "18. Oktober 1977" vertreten -, Hans-Peter Feldmann, Jörg Immendorff, Martin Kippenberger, Jonathan Meese, Olaf Metzel, Hans Niehus, Marcel Odenbach, Sigmar Polke, Katharina Sieverding, Klaus Staeck und Wolf Vostell. Auf einer riesigen Wandzeitung werden zudem die Nachrichten von 29 ausgesuchten Tagen, an denen terroristische Taten verübt wurden, als "Zeitleiste" durch den "Deutschen Herbst" 1977 dokumentiert. (APA/dpa)

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