Dollar-Schwäche setzt sich fort: Euro über 1,36 Dollar

29. Dezember 2004, 09:43
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Experten erwarten weiter fallenden Dollar

Frankfurt - Die andauernde Unsicherheit über die hohen Defizite der USA im Staatshaushalt und in der Leistungsbilanz haben auch zwischen den Jahren dem Dollar stark zugesetzt. Der Euro wurde am Dienstag weiterhin mit Kursen um 1,3635 Dollar notiert und damit nur knapp unter dem Rekordhoch von 1,3641 Dollar.

"Es gibt einen starken Konsens, dass der Dollar weiter fallen wird", fasste Joachim Schütz, Chefökonom bei UBS in Zürich, die Marktstimmung zusammen. Händler in Frankfurt verwiesen darauf, dass sich viele Marktteilnehmer bisher aber offenbar noch nicht entsprechend positioniert hätten. "Schon ein kleiner Rückschlag (des Euro) würde genügen, um diejenigen in den Markt zu locken, die noch Positionen beim Euro aufbauen müssen", erklärte Claudia Bauer, Devisenstrategin bei Dresdner Kleinwort Wasserstein in Frankfurt.

Geringer Umsatz

Händler sprachen von einem sehr geringen Umsatz. Schon wenige Orders reichten, um den Euro in die Höhe zu treiben. "Wir haben heute einen sehr illiquiden Markt. Wenn einer also eine Position auflöst, laufen die anderen hinterher", erklärte ein Händler. Neue Impulse für die Kursbewegung gebe es nicht. Weiterhin seien die Marktteilnehmer auf die Lage in der weltgrößten Volkswirtschaft fokussiert. Daher hätten einige japanische Wirtschaftsdaten kaum eine Rolle gespielt. Zum Yen notierte der Dollar mit Kursen über 103 Yen entsprechend kaum verändert zum New Yorker Vortagesschluss.

Aussagen des japanischen Finanzministers Sadakazu Tanigaki, wonach die Währungshüter die Lage am Devisenmarkt auch zwischen Weihnachten und Neujahr genau beobachteten, blieben zunächst ohne unmittelbare Auswirkung auf die Kurse. Während Japan bis zum März dieses Jahres Milliarden von Yen zur Stützung des Dollar ausgegeben hatte, hat es in der derzeitigen Schwächephase des Dollar noch keine Interventionen gegeben.

Interventionen der Zentralbanken können nach Einschätzung vieler Händler nur dann Erfolg haben, wenn sich alle maßgeblichen Banken, also auch die US-Notenbank (Fed), daran beteiligt. Dies gilt aber angesichts der hohen Defizite der USA als äußerst unwahrscheinlich, es sei denn der Dollar-Kursverfall würde bedrohliche Züge annehmen. Allgemein wird davon ausgegangen, dass Fed und US-Regierung den schwachen Dollar als willkommenes Instrument zur Finanzierung der Defizite ansehen.

Von den am Nachmittag erwarteten US-Verbrauchervertrauen des Forschungsinstituts Conference Board erhofften sich einige Händler neue Impulse. "Das könnte dem Dollar etwas Halt geben", sagte ein Händler. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Anstieg auf 94,6 (Vormonat 90,5) Punkte.(APA/Reuters)

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