Annans Sohn Kojo soll Vater weiteren Skandal verheimlicht haben

28. Dezember 2004, 13:00
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Im Zusammenhang mit Übernahme eines Schweizer Fußballklubs

New York - Kojo Annan (31), der einzige Sohn von UNO-Generalsekretär Kofi Annan, hat nach Medienberichten vom Sonntag einen weiteren Geschäftsskandal vor seinem Vater verheimlicht. Der "New York Post" zufolge gab sich Kojo Annan vor fünf Jahren fälschlich als Besitzer eines erfolgreichen nigerianischen Fußballclubs aus, der seit jeher in staatlicher Hand ist. Offensichtlich habe er die Präsidentschaft eines kleinen Schweizer Fußballvereins dadurch erringen wollen.

Der von Annan junior eingestellte Geschäftsführer, Roland Frey, unterschlug 50.000 Dollar (37.158 Euro) aus den Kassen des Schweizer Fußballclubs Vevey Sports und wurde zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Das berichtete die Zeitung unter Berufung auf ein Interview des Magazins "L'illustre" mit Kojo Annan aus dem Jahr 2002.

Kofi Annan wäre "zweifellos schockiert gewesen"

Der Artikel sei jetzt wieder aufgetaucht, erläuterte das New Yorker Blatt. In ihm gibt Kojo zu, seinen Vater nicht über die Probleme mit dem Fußballverein aufgeklärt zu haben, weil dieser "zweifellos schockiert gewesen wäre".

Kojos Geschäfte haben dem UNO-Generalsekretär bereits im Zusammenhang mit dem Irak-Hilfsprogramm "Öl für Lebensmittel" ernste Probleme eingebracht. Er arbeitete von 1995 bis 1998 für die Schweizer Firma Cotecna, die in 1998 einen lukrativen Vertrag für das Irak-Programm von den UN gewann. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Kojo Annan auch nach seinem Ausscheiden bei Cotecna noch - bis Anfang dieses Jahres - monatlich Bezüge von der Firma erhielt. Sein Vater hatte von den Zahlungen nach eigenen Angaben nichts gewusst.

Kofi Annan versprach kürzlich die vollständige Aufklärung aller Vorwürfe gegen die UN im Zusammenhang mit dem Programm "Öl für Lebensmittel". Dabei geht es vor allem um die Frage, ob leitende UN-Mitarbeiter seinerzeit vom Regime des Diktators Saddam Hussein bestochen wurden. (APA/dpa)

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