Erste Gaza-Siedlung stimmt Umsiedlung zu

27. Dezember 2004, 19:50
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Einwohner wollen aber weiter gegen allgemeine Räumung des Gazastreifens ankämpfen

Gaza/Tel Aviv - Erstmals haben alle Einwohner einer jüdischen Siedlung im Gazastreifen der kollektiven Umsiedlung nach Israel zugestimmt. Der Leiter der israelischen Räumungsbehörde, Jonathan Bassi, teilte am Sonntag mit, alle 20 Familien in der Siedlung Peat Sadeh wollten freiwillig und gemeinsam mit fünf Familien aus anderen Siedlungen in eine neue Ortschaft bei Ashkalon ziehen. Einwohner der Siedlung betonten allerdings, die schriftliche Vereinbarung sei für sie nur eine "Lebensversicherung". Sie wollten dennoch den Kampf gegen die Räumung des Gazastreifens fortsetzen.

Die Einwohner der säkularen Siedlung sind die ersten jüdischen Bewohner des Gazastreifens, die schriftlich einer Räumung zustimmten. Siedler sollen laut einem Räumungsgesetz entschädigt werden, wenn sie freiwillig aus dem Gazastreifen abziehen. Die Räumung ist für den Sommer kommenden Jahres vorgesehen.

Bassi rief die Einwohner der restlichen 20 Siedlungen im Gazastreifen auf, sich dem Beispiel von Peat Sadeh anzuschließen. Die Zeit für eine gütliche Einigung laufe ab. Gegenwärtig werde mit den Bewohnern fünf weiterer Siedlungen über eine ähnliche Vereinbarung verhandelt, sagte er. Zudem hätten sich die Besitzer von 40 der insgesamt 100 Fabriken im Industriegebiet Erez an der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen mit Entschädigungsfragen an die Räumungsbehörde gewandt. Der Siedlerrat verurteilte das Abkommen mit Peat Sadeh als "Ausverkauf" israelischer Gebiete. (APA/dpa)

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