Kolumbien : Mindestens acht Weihnachtsurlauber von Guerilla entführt

28. Dezember 2004, 13:00
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Katholische Kirche fordert von FARC Herausgabe des Leichnams von ermordetem Priester

Bogota - Mindestens acht Urlauber sind zu Weihnachten von der kommunistischen Guerilla in Kolumbien entführt worden. Die Behörden in der Provinz Antioquia teilten am Samstag (Ortszeit) mit, ein Kommando der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) habe am Heiligen Abend acht bis zehn Urlauber aus Ferienhäusern nahe dem Ort San Rafael, 100 Kilometer östlich von Medellín, verschleppt.

Einige der zunächst Entführten hätten fliehen und die Polizei alarmieren können, berichtete der Rundfunksender Caracol. Bei der Suche nach den Entführern und ihren Opfern sei es zu Gefechten zwischen den Sicherheitskräften und den Guerilleros gekommen. Nach unbestätigten Medienberichten sollen insgesamt bis zu 40 Menschen entführt worden sein.

Guerilla tötet Geistlichen

Unterdessen forderte die katholische Kirche die FARC zur Übergabe der Leiche eines ermordeten Priesters auf. Am Heiligen Abend war bekannt geworden, dass die Guerilla den Anfang des Monats entführten Geistlichen der nordwestlichen Gemeinde von Novita, Javier Montoya (45), getötet hatte.

Linksgerichtete Rebellen haben aus einem Ferienort in Kolumbien etwa zehn Touristen entführt. Die Urlauber hätten bei San Rafal rund 240 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Bogota Weihnachten gefeiert, als die Guerillakämpfer die Ferienhütten gestürmt und eine Gruppe von acht bis zehn Menschen verschleppt hätten, sagte ein Regierungssprecher des Verwaltungsgebiets Antioquia. Bei den Entführern handele es sich um Rebellen der linksgerichteten Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC). Armee und Polizei hätten eine großangelegte Suche nach den Geiseln und Geiselnehmern gestartet.

Die vor 40 Jahren gegründeten Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) zählen rund 17.000 Kämpfer. Nach amtlichen Angaben hält die Guerilla rund 1600 Geiseln in ihrer Gewalt. (APA/dpa)

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