ÖSV-Damen unter den Erwartungen

29. Dezember 2004, 14:40
posten

Magere Zwischenbilanz: nur fünf von 33 möglichen Podestplätzen - "In technischen Disziplinen ist der Zug wohl abgefahren"

Mit zwei Siegen und nur fünf von 33 möglichen Podestplätzen haben die ÖSV-Damen vor Weihnachten hingegen eine sehr magere Bilanz abgeliefert. "Das ist über die Hälfte weniger als im Vorjahr und nicht das, was wir uns erwartet haben. Allerdings fehlen die Abfahrten von Val d'Isere", gibt Damenchef Herbert Mandl zu bedenken.

Vor allem in den technischen Disziplinen ist die Damen-Bilanz mit nur einem Podestplatz (Schild Zweite im Zauchensee-Slalom) ernüchternd. "Wenn zwei Slaloms und damit ein Viertel der Rennen gleich am Anfang in die Hosen gehen, wird es schwer." Im Riesentorlauf haben seine Mädchen noch überhaupt keinen Podiumsplatz geschafft, "deshalb dürfte hinsichtlich einer kleinen Kristallkugel in den technischen Disziplinen der Zug wohl bereits abgefahren sein", fürchtet Mandl. Die Mädchen zusätzlich unter Druck zu setzen bringe freilich nichts, "denn der ist ohnehin da."

Besser sieht es in den Speed-Disziplinen aus, dafür waren bisher aber ausschließlich die Routiniers mit Dorfmeister, Götschl, Meissnitzer und Obermoser verantwortlich. "Die Jungen sind bis auf Katja Wirth hinter den Erwartungen geblieben, obwohl im Training viel gemacht wurde." Das Problem liege insgesamt daher sicher nicht im Training, "Auch das skifahrerische Potenzial ist da, es hapert aber bei der Umsetzung." Die Suche nach den Gründen machen aber Mandl selbst etwas ratlos. "Wenn das Selbstvertrauen abhanden kommt, ist schnell eine gewisse Unsicherheit da. Zettel und Kirchgasser fahren im Europacup überlegen, im Weltcup schalten sie aber ein bis zwei Sekunden zurück."

Zu wenig Fleiß kann man den ÖSV-Damen sicher nicht unterstellen. Noch am Tag vor Weihnachten stand RTL-Training in Jerzens auf dem Programm, schon am 27. Dezember steigt die finale Vorbereitung auf die Heimspiele am Semmering. Die Technikerinnen fahren sich in Flachau für den Semmering ein, Renate Götschl und Eveline Rohregger in der Steiermark, die Niederösterreicherinnen Dorfmeister und Zettel tun dies standesgemäß mit einem Heimtraining am Hochkar. (APA)

Share if you care.