Ehemänner rechnen Gefühle auf

29. Dezember 2004, 13:50
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Der Geschlechter unterschiedlicher Umgang mit Emotionen kann bis zur Trennung führen

Dresden - Männer rechnen in einer Ehe Gefühle gegeneinander auf: Sie prüfen, was sie dem Partner an Emotionen geben und was sie dafür bekommen. Und wenn sie den Eindruck gewinnen, dass es hier kein Gleichgewicht mehr gibt, wächst die Bereitschaft, folgert der Dresdner Medizinpsychologe Friedrich Balck, Frau und Familie zu verlassen. Die Wahrscheinlichkeit steige, wenn es ein attraktives Angebot von einer anderen Frau gäbe, wo der Mann genau das an Emotionalität erhält, was er zu Hause nicht mehr bekommt und zwar auf einem nicht sehr schwierigen Weg, erklärt Balck die sogenannte Austauschtheorie. Solche Bilder würden vor allem aber im Kopf des Mannes aufgebaut: "Ob das auch so in der Wirklichkeit stattfindet, ist eine ganz andere Sache."

Umgang mit Gefühlen differiert

Generell gebe es zwischen Männern und Frauen gewaltige Unterschiede im Umgang mit Gefühlen. "Frauen drücken Freude und Ärger viel expressiver aus als Männer", sagt Balck. Dies komme natürlich auch im Streit zum Tragen, wo der Mann meine, dass er schon viel gesagt habe, und die Frau ihm antworte, dass das nicht angekommen sei. Missverständnissen, die bis zur Trennung führen, werden aufgebaut.

Nach Erkenntnissen des Experten suchen sich tatsächlich viele Männer ihre Frauen nach dem Vorbild der jeweiligen Mutter aus. Solche Bilder würden sich aus den Erfahrungen der eigenen Familie speisen. Der Umgang der Mutter mit dem Vater sei das idealtypische Modell.

Wegweiser Mutti

"Die eigene Mutter wird damit zu einem Wegweiser bei der Partnersuche", erklärt der Psychologe. Sie sei für den Mann etwas Vertrautes aus der Kindheit. Selbst in solchen Fällen, wo der Mann ein ganz schreckliches Mutterbild erlebt habe und mit dem Vorsatz auf Suche gehe, dass es solch eine Frau auf keinen Fall werden solle, gerate er doch wieder an eine, die der eigenen Mutter sehr nahe komme. (APA)

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    Die Trennung von Paaren rührt von Missverständnissen her. Männer rechnen dann angeblich aber nicht Rationalität, sondern Emotionalität gegeneinander auf.

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