Französische Geiseln freigelassen

22. Dezember 2004, 19:32
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Journalisten Malbrunot und Chesnot wurden vor vier Monaten entführt - Außenminister Barnier holt befreite Geiseln ab - Zwischenstopp in Zypern

Paris/Kairo - Die beiden vor vier Monaten im Irak entführten französischen Journalisten sind frei. Das ist am Dienstagabend offiziell in Paris bestätigt worden. Die Journalisten Christian Chesnot und Georges Malbrunot sollen der französischen Botschaft in Bagdad übergeben worden sein. Sie waren seit dem 20. August in der Gewalt der Gruppe "Islamische Armee im Irak".

Die beiden Journalisten sind am Mittwoch auf Zypern zwischengelandet. Auf dem Flughafen von Paphos im Süden der Insel sollten sie den französischen Außenminister Michel Barnier treffen, der kurz zuvor dort angekommen war, und mit ihm nach Frankreich fliegen. Nach der Landung will die beiden dann Präsident Jacques Chirac begrüßen.

Frankreichs Ministerpräsident Jean-Pierre Raffarin bestätigte die Freilassung. "Mit großer Freude kann ich bekannt geben, dass Christian Chesnot und Georges Malbrunot freigelassen wurden", sagte Raffarin am Dienstag im Senat des Parlaments.

Französische Reporter nach vier Monaten Geiselhaft in Paris erwartet

Einen Tag nach ihrer Freilassung aus irakischer Geiselhaft werden die französischen Reporter Christian Chesnot und Georges Malbrunot am Mittwoch in Paris erwartet. "Das ist das beste Weihnachtsgeschenk, das wir kriegen konnten", sagte Chesnots Bruder Thierry. Die beiden Journalisten seien bei guter Gesundheit.

Der 38 Jahre alte Chesnot, Mitarbeiter von Radio France Internationale, und der drei Jahre ältere Malbrunot von der Tageszeitung "Le Figaro" wurden am Dienstag französischen Regierungsvertretern in Bagdad übergeben. Außenminister Michel Barnier flog daraufhin in die irakische Hauptstadt, um die beiden abzuholen. Auch Staatspräsident Jacques Chirac kehrte von einem Urlaub in Marokko nach Paris zurück.

Chesnot und Malbrunot waren am 20. August gemeinsam mit ihrem syrischen Fahrer in der irakischen Stadt Najaf verschwunden. Ihr Fahrer, Mohammad al-Jundi, wurde im November freigelassen. Der arabische Sender "Al Jazeera" erhielt eine Erklärung der Organisation "Islamische Armee". Demnach seien die beiden Franzosen freigelassen worden, nachdem sich gezeigt habe, dass sie keine Spione der USA seien.

Die Geiselnehmer hatten ursprünglich die Aufhebung des Kopftuchverbots an französischen Schulen gefordert; das neue Gesetz trat jedoch wie geplant im September in Kraft. Frankreichs Premierminister Jean-Pierre Raffarin bezeichnete die Freilassung als "Ergebnis beständiger, schwieriger und diskreter Arbeit".(APA/dpa)

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    Christian Chesnot (links) und Georges Malbrunot wurden freigelassen, wie Al Jazeera mitteilte

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