Opposition: "Heißes Eisen" Einkommensschere

20. Dezember 2004, 19:18
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Frauensprecherin Weinzinger fordert Regierung zum Handeln auf - SPÖ-Stadlbauer fordert "Wiedereinstiegsoffensive"

Wien - Der aktuelle Einkommensbericht 2002/2003 des Rechnungshofes ist für die Opposition ein Anlass, erneut die "Tatenlosigkeit" der Regierung beim Thema Einkommensschere zwischen Männern und Frauen zu kritisieren. Die Grüne Frauensprecherin Brigid Weinzinger pochte darauf, das "heiße Eisen" endlich anzupacken. SP-Bundesfrauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer kritisierte die "frauenpolitische Untätigkeit" der Regierung. Gezielte arbeitsmarktpolitische Frauenförderung und mehr Kinderbetreuungsplätze seien dringend notwendig.

Frauen verdrängt

Weinzinger weist in einer Aussendung am Montag darauf hin, dass Frauen vermehrt in prekäre Beschäftigungsverhältnisse gedrängt werden würden. Das zeige auch die aktuelle Statistik der geringfügig Beschäftigten vom November: die Anzahl sei insgesamt gestiegen und 70 Prozent davon seien Frauen. Diese Entwicklung sei auch ein Grund für das zunehmende Auseinanderklaffen der Einkommensschere.

"Besonders bei den untersten Einkommen haben die Frauen den Männern gegenüber das Nachsehen. Arbeiterinnen verdienen sogar weniger als die Hälfte", bezieht sich die Frauensprecherin auf die aktuellen Daten im Einkommensbericht 2002/2003. Da viele Frauen gerne arbeiten würden, aber eben oft nur schlecht bezahlte Arbeitsverhältnisse eingehen könnten, werde sich ohne aktive Arbeitsmarktpolitik nichts ändern, zeigte sich Weinzinger überzeugt.

SPÖ fordert "Wiedereinstiegsoffensive"

Stadlbauer sieht sich bestätigt: "Die krasse Einkommensschere zwischen den Männern und Frauen führt die frauenpolitische Untätigkeit der Regierung nur zu deutlich vor Augen". Sie bezieht sich in einer Aussendung am Montag auch auf die Synthesis Studie, wonach drei von vier Frauen den Wiedereinstieg nach dem Kindergeldbezug versuchen würden, aber nur jede Zweite schaffe dies auch. Die Abgeordnete betonte, dass sich diese Entwicklung natürlich auf das Einkommen auswirke.

Die Abgeordnete forderte eine "Wiedereinstiegsoffensive", dotiert in der Höhe von 100 Millionen Euro. Auch sie wiederholte die Forderung nach einem flächendeckenden Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen, sowie betriebliche Frauenförderung. "Die Aktivitäten der Frauenministerin sowie des Arbeitsministers in diesen Bereichen erstrecken sich bedauerlicherweise gegen Null; außer Beschwichtigungen ist da nicht viel zu hören", meinte Stadlbauer. Sie vermutet dahinter die Taktik, Frauen bewusst in Abhängigkeit zu halten. (APA)

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