Einkommensbericht: Arbeiterinnen verdienen am wenigsten

31. August 2006, 12:01
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Einkommensschere besonders groß - ExpertInnen verweisen auf Teilzeit und weniger Überstunden - mit Grafik

Wien - Das Bruttoeinkommen der unselbstständig Erwerbstätigen ist 2003 gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 1,2 Prozent gestiegen. Dies berichtete Rechnungshof-Präsident Josef Moser bei der Präsentation des Einkommensberichtes 2002/2003 am Montag. Ein vertrautes Bild bietet die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen: große geschlechtsspezifische Unterschiede bestehen vor allem bei ArbeiterInnen und Angestellten. Moser führt den Unterschied unter anderem darauf zurück, dass Frauen vermehrt Teilzeit arbeiten und Männer mehr Überstunden machen.

Einkommensschere

Besonders groß ist die Einkommensschere zwischen den Geschlechtern bei den ArbeiterInnen: Frauen kommen auf durchschnittlich 9.500 Euro Jahresbrutto, Männer bekommen mit 21.230 Euro mehr als das Doppelte. Weniger groß, aber immer noch deutlich die Differenz bei den Angestellten: Frauen bekommen im Durchschnitt 18.540 Euro brutto, Männer 33.140 Euro. Am geringsten ist der Unterschied zwischen Beamtinnen und Beamten: Erstere verdienen 35.150 Euro brutto, Männer im Staatsdienst verdienen pro Jahr um rund 4.000 Euro mehr (39.390 Euro brutto).

Auswirkungen im Alter

Die Einkommensschere zwischen Männern und Frauen zieht sich folglich bis ins Alter fort: Pensionierte Männer bekamen 2003 durchschnittlich 19.550 Euro brutto, Pensionistinnen erhielten lediglich wenig mehr als die Hälfte, nämlich 10.640 Euro brutto. Auch der Einkommenszuwachs der Männer lag im Vorjahr deutlich über jenem der Frauen: Das Durchschnittseinkommen der unselbstständig Beschäftigten Frauen stieg 2003 um 1,08 Prozent, jenes der Männer um 1,71 Prozent. In den beiden Jahren zuvor war dieses Verhältnis noch leicht zu Gunsten der Frauen ausgefallen.

Begründet werden diese Unterschiede unter anderem mit den höheren Anteil der teilzeitbeschäftigten Frauen. Außerdem seien Frauen nicht "in dem Ausmaß wie Männer" in den Arbeitsmarkt eingebunden, erläuterte Moser. Er verwies außerdem auf Kindererziehungs- und Karenzzeiten. (APA)

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    Bei den ArbeiterInnen liegt das durchschnittliche Jahresbrutto bei 9.500 Euro.
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