Eine Milliarde Dollar Entschädigung für Spam-Mails

1. März 2005, 16:24
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Internetprovider erhielt bis zu zehn Millionen Mails mit unerwünschter Werbung täglich

Ein Bundesrichter im US-Staat Iowa hat einem Internetprovider in einem Verfahren gegen die Versender unerwünschter Werbe-E-Mails mehr als eine Milliarde Dollar (754 Mio. Euro) Entschädigung zugesprochen. Robert Kramer, dessen E-Mail-Service im Osten Iowas etwa 5.000 Kunden abonniert haben, hatte 300 Versender von Spam verklagt, nachdem sein Mailserver im Jahr 2000 täglich bis zu zehn Millionen Spam-Mails erhalten hatte.

SpamCom Foundation

Laura Atkins, Sprecherin der Anti-Spam-Organisation SpamCon Foundation mit Sitz im kalifornischen Palo Alto, sagte, dies sei ihres Wissens die bisher höchste Entschädigungssumme, die in einem derartigen Verfahren zugesprochen worden sei.

Zehn Dollar pro Mail

US-Bezirksrichter Charles Wolle verurteilte einen der Beklagten am Freitag zur Zahlung von 720 Mio. Dollar, einen weiteren zur Zahlung von 360 Mio. Ein dritter muss 140.000 Dollar zahlen. Kramers Anwältin Kelly Wallace sagte, es sei unwahrscheinlich, dass sein Mandant die Summe jemals erhalten werde. "Wir hoffen, dass er wenigstens seine Kosten wieder herein bekommt." Das Urteil erging auf Grundlage eines Gesetzes des Staates Iowa, das Entschädigungsforderungen von zehn Dollar pro Spam-Mail zulässt. Nach einem weiteren Gesetz wurde die Summe dann verdreifacht.(APA/AP)

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