Drei mutmaßliche Terroristen in Saudiarabien verhaftet

18. Dezember 2004, 19:01
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Königshaus äußert sich nicht zu Drohungen Bin Ladens

Riad - Die Polizei hat in der saudiarabischen Stadt Taif drei mutmaßliche Terroristen aus dem Umfeld von Al-Kaida verhaftet. Das berichtete die saudiarabische Zeitung "Al-Jazeera" am Freitag unter Berufung auf einen Sicherheitsbeamten, der die drei als "wichtige Figuren" bezeichnete. Das königliche Herrscherhaus in Riad äußerte sich am Freitag nicht zu der Tonbandaufnahme von Osama bin Laden, die am Vortag im Internet veröffentlicht worden war und vom US-Geheimdienst CIA für echt gehalten wird.

Auf dem Band hatte der Al-Kaida-Führer zum Umsturz im Königreich und zu Sabotageakten gegen die Ölindustrie am Persischen Golf aufgerufen, um mit hohen Ölpreisen dem Westen zu schaden.

Klare Position gegen Bin Laden

Der bekannte saudiarabische Religionsgelehrte Scheich Moussa al-Abdelaziz erklärte am Freitag, Bin Laden, der bisher immer gesagt habe, er wolle nur "ungläubige Amerikaner von der Arabischen Halbinsel vertreiben", habe mit seiner jüngsten Botschaft gezeigt, dass er auch "Muslime und die Regierung zu Ungläubigen erklären will". Deshalb sei es jetzt an der Zeit, dass die Islam-Gelehrten des Landes endlich eine klare Position gegen Bin Laden bezögen. "Halbherzige Positionen und Lösungen" reichten nicht mehr aus.

Regierungsnahe Zeitungen bemühten sich, die Demonstrationen gegen das Königshaus in den Städten Jeddah und Riad herunterzuspielen, zu denen am Donnerstag auch wegen strenger Sicherheitsvorkehrungen nur wenige Dutzend Menschen erschienen waren. Der Mufti des Königreichs erklärte Demonstrationen kurzerhand für "unislamisch". Scheich Abdelaziz al-Sheikh, dessen Clan traditionell enge Beziehungen zur Königsfamilie unterhält, sagte: "Die islamische Religion erkennt Demonstrationen nicht an." (APA/dpa)

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