Telekom Austria erwirbt Kaufoption für bulgarischen Mobilfunker Mobiltel

29. Dezember 2004, 10:52
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TA hat alleiniges und unwiderrufliches Recht für Vollübernahme der Mobiltel - Nemsic freut sich über künftig 8 Mio. Kunden

Die börsenotierte Telekom Austria (TA) hat wie geplant eine Kaufoption für den bulgarischen Handynetz-Betreiber Mobiltel erworben. Diese Kaufoption gebe der TA das "alleinige und unwiderrufliche Recht", 100 Prozent des Grundkapitals der Mobiltel einem Unternehmenswert von bis zu 1,6 Mrd. Euro gegen Ende 2005 zu erwerben.

80 Millionen Euro

Der Preis für die Kaufoption beläuft sich auf bis zu 80 Mio. Euro und würde im Falle eines Erwerbs auf den Kaufpreis angerechnet werden, hieß es. Die Option werde im 1. Quartal 2005 zur Zahlung fällig und könne im 3. Quartal 2005 ausgeübt werden. Bis zu 150 Mio. Euro des Kaufpreises seien an die Erreichung von operativen und finanziellen Erfolgskriterien im Jahr 2005 gebunden und würden im 2. Quartal 2006 zur Zahlung fällig.

Eine der größten österreichischen Akquisitionen im Ausland

Die Übernahme der Mobiltel durch die TA wäre neben dem OMV-Einstieg bei der rumänischen Petrom eine der größten österreichischen Akquisitionen im Ausland. Finanziert werden soll der Deal zum größeren Teil aus dem Cash-Flow und zum geringeren Teil mit einer Unternehmensanleihe. Die Höhe der Anleihe ist noch offen.

Österreichische Investoren

Die Mobiltel gehört einem Konsortium von österreichischen und internationalen Finanzinvestoren und ist mit einem Marktanteil von rund 67 Prozent auf Kundenbasis Bulgariens größter Mobilfunk-Betreiber. Das Unternehmen wird heuer voraussichtlich die Marke von 3 Millionen Kunden überschreiten, von denen jeder durchschnittlich um rund 13 Euro pro Monat telefoniert. Der Jahresumsatz lag 2003 bei 432 Mio. Euro (2002: 384 Mio. Euro). Im ersten Halbjahr 2004 wurde mit 2.150 Mitarbeitern ein Umsatz von 226 Mio. Euro (+11,2 Prozent) erwirtschaftet. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) stieg im 1. Halbjahr von 131 auf 148 Mio. Euro, der Nettoüberschuss betrug 107 Mio. Euro (1. Halbjahr 2003: 90 Mio. Euro).

Sundt: Mobiltel ist "erstklassiger Vermögenswert"

Für Telekom-Austria-Generaldirektor Heinz Sundt stimmen die Konditionen der Mobiltel-Übernahme "perfekt mit den Kriterien überein, die wir für unsere Expansionspolitik kommuniziert haben". Die Mobiltel sei ein "erstklassiger Vermögenswert in einem höchst attraktiven Markt", heißt es in einer Mitteilung der Telekom Austria (TA) am Freitag. "Wir freuen uns, dass wir uns das Recht zum Erwerb der Mobiltel sichern konnten", so Sundt.

Nemsic freut sich über künftig 8 Mio. Kunden

Mobilkom-Chef und TA-Mobilfunkvorstand Boris Nemsic wird als nicht-stimmberechtigter Beobachter bei Sitzungen des Aufsichtsrats und des Vorstands der Mobiltel AD zugelassen. "Dieser Ablauf ermöglicht uns eine regelmäßige Analyse der aktuellen Geschäftsentwicklung und unterstützt uns bei unserer Entscheidung hinsichtlich der Ausübung der Kauf-Option", erklärt Boris Nemsic.

ie Mobiltel-Übernahme bedeutet einen "unglaublichen Schub" für das Mobilfunk-Geschäft der Telekom Austria, das sich mit einem Schlag verdoppelt, bemerkte Mobilkom-Chef und TA-Mobilfunkvorstand Boris Nemsic am Freitag gegenüber der APA. Durch den Deal steige die Kundenzahl der Mobilkom-Gruppe von 5 auf 8 Millionen Handykunden.

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