Ausgeklügelte Abhöranlage am UNO-Sitz in Genf entdeckt

17. Dezember 2004, 18:55
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Belauschter Raum für Konferenzen mit Hauptquartier in New York genutzt

Genf - Am Genfer Sitz der Vereinten Nationen ist ein ausgeklügeltes Abhörsystem gefunden worden. Die Anlage sei vor kurzem bei Renovierungsarbeiten in der Französischen Halle entdeckt worden, in der häufig Videokonferenzen mit dem UN-Hauptquartier in New York abgehalten würden, sagten UN-Vertreter am Donnerstag dem Schweizer Fernsehsender TSR. Die UNO habe nach der Entdeckung Ermittlungen in die Wege geleitet, sagte ein UN-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Wer hinter der Installation der umfangreichen Anlage im europäischen Hauptquartier der UNO stecke, sei noch unklar.

Ein Fachmann sagte TSR, die gut getarnte und sehr leistungsstarke Abhöranlage bestehe aus russischen oder osteuropäischen Komponenten und sei rund drei bis vier Jahre alt. Wie die Schweizer Nachrichtenagentur sda unter Berufung auf eine UN-Sprecherin berichtete, trafen sich in dem abgehörten Raum im Jänner Frankreichs Präsident Jacques Chirac und sein brasilianischer Kollege Luiz Inacio Lula da Silva. Im September 2003 nutzte eine Delegation den Salon während eines Spitzentreffens der Außenminister der USA, Russlands, Chinas, Großbritanniens und Frankreichs zur Lage im Irak.

Ein früherer britischer Minister hatte in der Vergangenheit britische Spione beschuldigt, das New Yorker Büro von UN-Generalsekretär Kofi Annan in den angespannten Wochen vor dem US-Einmarsch in den Irak im März 2003 abgehört zu haben. (APA)

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    Eine der Abhöranlagen aus dem UNO-Sitz in Genf

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