G-8-Gipfel in Genua 2001: Prozess gegen 28 Polizisten

14. Dezember 2004, 17:07
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Staatsanwaltschaft beschließt Eröffnung eines Strafverfahrens wegen angeblicher Misshandlung von Demonstranten

Rom/Genua - Das teilweise brutale Vorgehen der italienischen Polizei gegen protestierende Globalisierungskritiker bei den Krawallen beim G-8-Gipfel in Genua im Juli 2001 sorgt in Italien weiterhin für Schlagzeilen. Ein Untersuchungsrichter in Genua hat am Montag die Eröffnung eines Strafverfahrens gegen 28 Polizisten beschlossen, die festgenommene Globalisierungsgegner in der Schule Diaz, Hauptquartier der "No-Global"-Aktivisten während des G-8-Gipfels, schwer misshandelt haben sollen. Der Prozess beginnt am 6. April 2005 in Genua.

Zunächst waren etwa 160 Polizisten in den Sog der Ermittlungen wegen der schweren Gewalttätigkeiten bei der Durchsuchung der Hauptquartiere der Aktivisten in den Genueser Schulen Diaz und Pascoli sowie wegen angeblicher Menschenrechtsverletzungen in der Kaserne Bolzaneto im Juli 2001 geraten. Mehrere von ihnen wurden aber entlastet.

Die Vorwürfe gegen die Polizeifunktionäre sind in einem Dossier mit den Berichten tausender Zeugen enthalten. Vernommen wurden auch mehrere Ausländer, die sich an den Protestkundgebungen gegen den G-8-Gipfel beteiligt hatten. Danach soll ein Gericht in Genua entscheiden, ob gegen sie ein Prozess beginnen soll.

Über Misshandlungen nach der Festnahme hatten auch die 16 Mitglieder der österreichischen Theatergruppe "VolxTheaterKarawane" geklagt, die nach dem G-8-Gipfel festgenommen und drei Wochen lang in Untersuchungshaft gehalten worden waren. (APA)

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