Gehirndurchblutung entlarvt Lügen

11. Dezember 2004, 18:00
2 Postings

Kernspintomographen könnten traditionelle Lügendetektoren ersetzen

London - Untersuchungen mit einem Kernspintomographen können Tests mit traditionellen Lügendetektoren ersetzen. US-Forscher stellten fest, dass Menschen beim Lügen mehr Gehirnareale aktivieren als beim Erzählen der Wahrheit. Vor allem bestimmte Gehirnregionen im Stirnlappen, im Schläfenlappen und im limbischen Kortex werden verstärkt durchblutet.

Der Radiologe Scott Faro von der Universität Philadelphia schloss insgesamt sechs Versuchspersonen sowohl an einen Kernspintomographen an als auch an einen gewöhnlichen Lügendetektor, einen so genannten Polygraphen. Mit beiden Verfahren konnte er zuverlässig jene Teilnehmer identifizieren, die die Unwahrheit sagten.

Lügentests mit einem Polygraphen, der körperliche Anzeichen für Stress misst, sind jedoch umstritten. Kritiker wenden dagegen ein, dass Personen mit etwas Übung die Ergebnisse eines Polygraphen beeinflussen können. Eine bewusste Änderung der Hirndurchblutung sei dagegen kaum möglich, betont Faro in dem Magazin "Nature". Dennoch halten Experten einen großflächigen Einsatz von Kernspintomographen für unwahrscheinlich. Der Grund: Die Anschaffung und Wartung der aufwendigen Geräte seien dafür zu teuer. (APA/AP)

Link
Nature
Share if you care.