Ruf nach Länderauswertung - PISA-Zentrum: Nicht möglich

31. Mai 2005, 11:45
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Stichproben in einzelnen Bundesländern zu klein - Für PISA 2006 Länderauswertung geplant

Wien - In Folge der Präsentation der Ergebnisse der internationalen OECD-Bildungsvergleichsstudie PISA wird nun der Ruf nach einer Bundesländer-Auswertung immer lauter. Doch nach Angaben des PISA-Zentrums Österreich ist das nicht möglich: die Stichproben der einzelnen Bundesländer seien nicht ausreichend groß, um stichhaltige Aussagen treffen zu können, hieß es an dem an der Universität Salzburg beheimateten Zentrum auf Anfrage der APA. Für die nächste PISA-Studie 2006 sei aber eine Länderauswertung geplant.

Die Schulsprecherin der Wiener Grünen, Susanne Jerusalem, forderte eine Veröffentlichung der Länderergebnisse. Diese dürften nicht hinter den verschlossenen Türen des Stadtschulrates abgehandelt werden: "Ich will die Wiener Ergebnisse haben." Politik und Schulpartner hätten ein Recht darauf, zu erfahren, wie viele Wiener Schüler der Risikogruppe der besonders Benachteiligten angehören.

Der Präsident des Vorarlberger Landesschulrats, Landesrat Siegi Stemer (V), forderte in den "Vorarlberger Nachrichten" eine gesonderte Untersuchung für Vorarlberg: "Weil ich nämlich nicht glaube, dass unser Vorarlberger Ergebnis genauso ausschaut wie das gesamtösterreichische. Niemand kann uns beweisen, dass die Defizite der Vorarlberger Schüler ebenso dramatisch sind wie im übrigen Österreich.

Auch der oberösterreichische Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer forderte in der "Kronen-Zeitung" (OÖ-Ausgabe) eine Bundesländerauswertung - auch aus Überzeugung, dass die 44 getesteten oberösterreichischen Schulen besser abgeschnitten hätten als der Rest Österreichs.

Bereits am Montag hatte sich die Kärntner Landesschulratspräsidentin Claudia Egger (F) interessiert gezeigt, wie es um das Lesen in Kärnten stehe. Sie kündigte deshalb an, in Wien den Vorschlag zu unterbreiten, eine bundesländerweite Erhebung durchzuführen. (APA)

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