Dänische Moslems klagen gegen Ausstrahlung von Van-Gogh-Film

20. Dezember 2004, 12:12
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Warnung vor dem Schüren von Anti-Islam-Vorurteilen - TV-Sender pochen auf Pressefreiheit

Kopenhagen - Eine Gruppe von in Dänemark lebenden Moslems hat Strafanzeige gegen zwei staatliche Fernsehsender gestellt, weil diese wiederholt Auszüge eines islamkritischen Films des im November in Amsterdam ermordeten niederländischen Regisseurs Theo van Gogh gezeigt hatten. Der zwölfminütige Film setzt sich vor allem mit der Diskriminierung von Frauen im Islam kritisch auseinander.

Die Dänische Broadcasting Corp. und der Sender TV2 hatten nach der Ermordung van Goghs am 2. November mehrfach Auszüge des Films gesendet. Der Anwalt der dänischen Moslem-Gruppe, die anonym bleiben wollte, kritisierte am Samstag in einem Schreiben an die Polizei, die massive Berichterstattung über den Mordfall van Gogh und die wiederholte Ausstrahlung von Auszügen seines Films scheine dazu angetan, Vorurteile gegen die Moslems in Dänemark zu schüren.

Die beiden betroffenen Fernsehsender wiesen die Vorwürfe unter Hinweis auf die Pressefreiheit zurück. (APA/AP)

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