FC-Tirol-Prozess wurde auf 10. Jänner vertagt

16. Dezember 2004, 13:46
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Neue Zeugen werden geladen, auch sämtliche FC-Tirol-Spieler sollen noch einmal aussagen

Innsbruck - Der Strafprozess gegen die ehemaligen Verantwortlichen des FC Tirols, Othmar Bruckmüller, Martin Kerscher und Robert Hochstaffl, am Innsbrucker Landesgericht wurde am Montag auf 10. Jänner 2005 vertagt.

Eigentlich hätte Richter Anton Mayr am Dienstag sein Urteil verkünden sollen. Auf Antrag der Verteidigung und auch der Staatsanwaltschaft werden weitere Zeugen einvernommen.

2,9 Millionen Euro Schulden

Stefan Geiler, der Masseverwalter, sagte am Montag, dass es bei der in Konkurs gegangenen FC Tirol Marketing 44 Anmeldungen von Gläubigern gegeben hat, die Schulden betragen 2,9 Millionen Euro.

Bei der ebenfalls in Konkurs befindlichen Firma Global, die über Deutschland die Spielergehälter steuerschonend hätte abwickeln sollen und von Prüfern des Finanzamtes in Österreich als Briefkastenfirma tituliert wurde, belaufen sich die anerkannten Forderungen auf 6,8 Millionen Euro. "Insgesamt hätten die Gläubiger derzeit eine Quote von 2,5 Prozent zu erwarten", sagte Geiler.

Rechnungsprüfer als Zeugen geladen

Der ebenfalls für Montag als Zeuge geladene Gerd Arnold, der Rechnungsprüfer beim FC Tirol war, entschuldigte sich, da er beruflich verhindert sei. Rene Gsaxner, der im April 2002 ein Gutachten über den angeschlagenen FC Tirol geschrieben hatte und einen positiven Weiterbestand sah, machte als Zeuge von seinem Entschlagungsrecht Gebrauch.

Beide sind jedoch für 10. Jänner erneut geladen. Weiters werden auf Antrag von Staatsanwalt Wilfried Siegele noch die Innsbrucker Finanzbeamten Willi Lechner und Robert Jelinek als Zeugen geladen.

Teil der Anklage geht zurück an den Untersuchungsrichter

Richter Anton Mayr klammerte schließlich den Punkt C der Anklage gegen Robert Hochstaffl (Verbrechen der Untreue im Zusammenhang mit der Firma Global) aus diesem Verfahren aus und verwies diesen Anklagepunkt wieder zurück an den Untersuchungsrichter.

Sämtliche ehemaligen Tirol-Kicker sollen in diesem Zusammenhang noch einmal einvernommen werden. Auch wird der komplette Steuerakt der Firma Global, die in Schleitz in Deutschland ihren Firmensitz hat, angefordert werden.

Edgar Zach, der für das Gericht ein Gutachten über den FC Tirol verfasste, soll diesen Steuerakt bis zum neuen Verhandlungstermin am 10. Jänner 2005 in das Gutachten einfließen lassen. (APA)

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