US-Firma kauft 50 Prozent von steirischer Atronic-Glücksspiele

16. Dezember 2004, 13:46
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Strategische Allianz zwischen Verkäufer deutscher Gauselmann-Gruppe und GTech Holdings Corporation - Markenname soll bleiben

Graz - Die familiengeführte Gauselmann Gruppe im deutschen Espelkamp verkauft 50 Prozent ihrer Anteile am steirischen Glücksspielautomaten-Hersteller Atronic an das börsennotierte US-Unternehmen GTech Holdings Corporation in West Greenwich, Rhode Island im Rahmen eines Joint-Venture-Vertrages. Diese strategische Allianz schaffe ein "weltweit führendes Unternehmen im Video-Slot-Markt", hieß es am Montag in einer Aussendung zu der Transaktion.

Geschätzter Transaktionswert zwischen 100 und 125 Millionen Euro

Die verbleibenden 50 Prozent an Atronic behält die Gauselmann Gruppe. Der endgültige Verkaufspreis wird anhand einer Formel errechnet, die dem achtfachen EBITDA von Atronic für ihr Geschäftsjahr 2006 entspricht. Darüber hinaus erhält die Gauselmann Gruppe für das Jahr 2007 eine weitere Finanztranche auf der Basis des Atronic-Ergebnisses dieses Jahres. Auf der Grundlage der aktuellen Prognosen rechnen die Vertragspartner für ihre 50-prozentigen Anteile inklusive der anteiligen Übernahme von Schulden mit einem Transaktionswert in Höhe von 100 bis 125 Mio. Euro, hieß es.

Atronic mit Sitz in Unterpremstätten bei Graz ist nach eigenen Angaben der "führende Video-Slot-Hersteller in Europa, Russland und Südamerika", auch in den USA ist man präsent. Das Zusammenführen der Potenziale von Gauselmann und GTech mache die steirische Tochter Atronic zu einem "langfristig starken, globalen Wettbewerber für Gaming-Produkte, Systeme und Dienstleistungen. Für beide Unternehmen ist diese Allianz ein zentraler Bestandteil zukünftiger Wachstumsstrategien.

Für Vorstandssprecher Michael Gauselmann ist die Transaktion "ein wichtiger Schritt, die führende Rolle im Casino-Geräte-Markt mit Hilfe eines starken US-amerikanischen Unternehmens weiter auszubauen". Gauselmann ist nach eigenen Angaben führender Hersteller und Betreiber von münzbetätigten Spielautomaten in Europa. Atronic wiederum bezeichnet sich als führender Anbieter von Video-Slot-Maschinen in Europa, Russland und Südamerika. Das Unternehmen bietet seine Produkte und Dienstleistungen in 83 Staaten weltweit an, darunter 20 US-Bundesstaaten und 138 Indianer-Reservate.

Abschluss bis 1. Jänner 2007

Die Transaktion, die u. a. von aufsichtsbehördlichen Genehmigungen abhängt, soll zum 1. Jänner 2007 abgeschlossen sein. Atronic und GTech kündigten aber an, mit sofortiger Wirkung über die nächsten zwei Jahre gemeinsame Projekte zum gegenseitigen Nutzen direkt in Angriff nehmen. Ab 2012 hat GTech die Option, die verbleibenden 50-prozentigen Anteile an Atronic zu erwerben. Der Markenname Atronic soll erhalten bleiben. Für 2007, das erste Jahr nach Abschluss der Transaktion, soll Atronic ein Umsatzvolumen zwischen 200 und 250 Mio. Euro erreichen. (APA)

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